Inhaltliche Vorbereitung

InhaltlicheVorbereitung

Inhaltliche Vorbereitung

6-3-5 Methode

Wie das Brainstorming trägt die 6-3-5-Methode dazu bei, das Gehirn – insbesondere das Kurzzeitgedächtnis – besser zu nutzen.

Ziel: Ideenfindung, Kreativität
Gruppengröße: Für jede Gruppengröße geeignet
Dauer: ca. 10 – 30 Minuten
Materialien: Papier, Stifte

 

Ablauf

Das ausgewählte Thema wird auf eine Karte geschrieben. Diese wird für alle gut sichtbar an eine (Stell-)Wand gehängt. Jede_r Teilnehmende hat ein Blatt mit einer Tabelle vor sich liegen. Die Tabelle besteht aus drei Spalten und sechs Zeilen. Jede_r entwirft drei Lösungsvorschläge und gibt dann sein/ihr Blatt einen Platz nach links weiter. Der/die Sitznachbar_in liest das Blatt durch, lässt sich durch die vorliegenden Vorschläge zu neuen Ideen anregen und ergänzt die Liste um drei weitere Ideen, bevor er/sie das Blatt weitergibt. Für die ersten drei Ideen stehen drei bis vier Minuten zur Verfügung. In den nächsten Runden gibt es ein bis zwei Minutenmehr, da mehr zu lesen ist und die Ideen oft stärker ins Detail gehen. Wie beim Brainstorming spielt bei der 6-3-5-Methode die Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Sie trägt dazu bei, das Gehirn – insbesondere das Kurzzeitgedächtnis – besser zu nutzen.

Die Methode kann auch mit einer größeren oder einer kleineren Zahl von Personen durchgeführt werden. Sie heißt dann nicht mehr 6 · 3 · 5, sondern 5 · 3 · 4 oder 8 · 3 ·7 oder 9 · 3 · 8. Die erste Zahl steht immer für die Anzahl der Menschen, die an der Methode teilnehmen, während die letzte Ziffer angibt, wie häufig die Ideen weiterentwickelt werden, bis jede_r das eigene Blatt Papier wieder in den Händen hält. Die Moderation kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und die Ideen im Anschluss zu sortieren.

Akkordeon-Plakate

Foto: Nico Kaiser (CC: BY) | flickr.com

Auf mehreren im Raum verteilten Plakaten stehen verschiedene angefangene Sätze, die von den Teilnehmenden weiter geschrieben werden.

Ziel: Die Teilnehmenden erkennen verschiedene Aspekte eines Themas, nehmen eigene Ideen wahr und können diese äußern. Darüber hinaus werden neue und ungewohnte Ideen und Einfälle zur Kenntnis genommen.
Gruppengröße: weniger als 10 Personen
Dauer: 20 Minuten
Materialien: Plakate und Stifte

Ablauf

Im Veranstaltungsraum werden verschiedene Plakate mit unterschiedlichen Satzanfängen aufgehängt. Zum Beispiel: „Jugendbeteiligung heißt für mich…“ Pro Plakat gibt es einen Satz, der oben auf das Plakat geschrieben wird.

Die Teilnehmenden gehen mit einem Stift zu den Plakaten und vollenden die jeweiligen Sätze. Damit die anderen Teilnehmenden nicht sehen, was gerade geschrieben wurde, werden die Weiterführungen ans Ende des Blattes geschrieben und anschließend nach hinten geknickt. So ist es möglich, dass viele Personen ein und denselben Satz unvoreingenommen beenden.

Am Ende werden die Plakate mit den Statements enthüllt und können als Basis für die weitere Diskussion bzw. Beschäftigung mit dem Thema dienen. Denkbar ist hier z.B. die Weiterarbeit in Arbeitsgruppen.

Aller guten Wünsche sind drei

Foto: jima (CC: BY-NC-SA) | flickr.com

Eine gute Methode, um spielerisch Wünsche und Forderungen zu sammeln.

Ziel: Über das Aufschreiben von Wünschen wird spielerisch herausgefiltert, was den Teilnehmenden wichtig ist.
Gruppengröße: 10-20 Personen
Dauer: 20-30 Minuten
Materialien: Zettel, Stifte, Filzstifte, Klebeband, Plakat

Ablauf

Jede Person schreibt drei Wünsche an ein bestimmtes Thema oder an eine Person auf. Zusätzlich wird jedoch noch ein Punkt erfunden, der nicht wahr ist bzw. der Person unwichtig ist.

Die Gruppe rät im Anschluss, welcher Zettel zu wem gehört und was unwahr ist. Hinterher kann über diese Wünsche gesprochen werden, was dahinter steckt oder was man realisieren könnte. Dazu empfiehlt es sich, die wichtigsten und immer wieder auftauchenden Wünsche auf einem Plakat festzuhalten.

Die Methode kann auch zum spielerischen Abbau der Hemmschwelle zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträger_innen genutzt werden.

Alles an Bord?

Foto: Peter Pearson (CC: BY-SA) | flickr.com

Herausfinden und Diskussion der für die Teilnehmenden wichtigsten Inhalte eines Themas.

Ziel: Die Dialogpartner_innen erarbeiten einen Konsens bzw. einen Kompromiss über die wichtigsten Themeninhalte, die sie gemeinsam diskutieren wollen.
Gruppengröße: 10-20 Personen/ 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen/ weniger als 10 Personen
Dauer: ca. 2-3 Stunden
Materialien: Papierwände, Stifte, Papierbögen, Karteikarten, Pinnwand

Ablauf

Alle Teilnehmenden schreiben zunächst drei der für sie wichtigsten Aspekte des Themas auf je eine Karteikarte. Die Moderation sammelt die Inhalte auf einer Pinnwand und fasst gleichartige Inhalte unter einem Oberbegriff zusammen. Noch sind sie alle „in einem Boot“. Doch das Boot kriegt ein „Leck“ und nicht alle Themeninhalte können mit ans rettende Ufer genommen werden. Welcher Inhalt muss also über Bord geworfen werden?
In Kleingruppen bestimmen die Teilnehmenden die fünf für sie wichtigsten Themeninhalte und bringen sie in eine Rangfolge. Anschließend kommen je zwei Kleingruppen zusammen und einigen sich wieder auf fünf Themeninhalte, dann drei Kleingruppen usw.

Ziel ist es, dass sich am Ende nur noch zwei Gruppen gegenüberstehen und die Gesamtgruppe aus zehn Themeninhalten die fünf auswählt, an denen sie weiter arbeiten möchte. Um den Prozess zu visualisieren, kann die Moderation die Diskussionsergebnisse nach jeder Runde anpinnen.

Hinweis:
Die politischen Entscheidungsträger_innen können in den Diskussionsprozess zu einem beliebigen Stadium der Diskussion einsteigen, also z.B. erst zur Großgruppendiskussion dazukommen oder aber bereits in den Kleingruppen aktiv sein.

Boulevard der Meinungen

Foto: D. Adler

Ein „Boulevard der Meinungen“ kann im Rahmen einer Veranstaltung mit vielen Teilnehmenden dabei helfen, Rückmeldungen zu Vorschlägen, Forderungen etc., die in Arbeitsgruppen entwickelt wurden, zusammenzutragen.

Ziel: In einer großen Gruppe Feedback zu Arbeitsergebnissen sammeln
Gruppengröße: 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen
Dauer: ca. 20-45 Minuten, abhängig von der Anzahl der Plakate und Teilnehmenden
Materialien: Große Plakate bzw. Flipchartbögen, Stifte, geeignete Räumlichkeiten, (verschiedenfarbige) Klebepunkte.

Ablauf

Die vorab in einer Arbeitsgruppe o.ä. erarbeiteten Vorschläge und Ideen werden auf ausreichend große Plakate geschrieben. Der Text sollte großzügig auf dem Plakat verteilt sein (z.B. ein Vorschlag pro Bogen), damit ausreichend Platz für die Kommentare der anderen Teilnehmenden bleibt. Evtl. kann es hilfreich sein, die Anzahl der Vorschläge, die eine Arbeitsgruppe auf den Boulevard bringen darf, zu begrenzen.

Die Plakate werden anschließend im Raum verteilt (z.B. an der Wand oder auf dem Fußboden), wodurch der „Boulevard der Meinungen“ entsteht, auf dem sich die Teilnehmenden über die Arbeit der anderen Gruppen informieren können. Bei jedem Plakat sollte mindestens ein_e Vertreter_in der Arbeitsgruppe stehen, um die Ergebnisse zu erläutern bzw. mit den anderen zu diskutieren.

Die Teilnehmenden schlendern durch den Raum, schauen sich die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen an und diskutieren mit den Vertreter_innen der Arbeitsgruppe, schreiben ihr Feedback (Kommentare, Anregungen, Nachfragen etc.) zu den Vorschlägen auf die Plakate und verteilen ggf. verschiedenfarbige Klebepunkte für Vorschläge, die sie besonders gut oder nicht so gut finden.

In der anschließenden Arbeitsgruppenphase setzen sich die Mitglieder der einzelnen Gruppen mit dem Feedback vom „Boulevard der Meinungen“ und überarbeiten ggf. ihre Vorschläge.

Hinweis: Die Methode wird auf den EU-Jugendkonferenzen angewandt, um die Empfehlungen der einzelnen Arbeitsgruppen zu präsentieren und zu diskutieren, bevor sie „finalisiert“ werden. Dabei beteiligen sich mehr als 100 Teilnehmende am „Boulevard der Meinungen“.

Diese Methode kann auch zum Festhalten von Ergebnissen verwendet werden.

Einen unbekannten Ort entdecken

Foto: @oooh.oooh (CC: BY-NC-SA) | flickr.com

Mit allen Sinnen einen neuen Ort themenspezifisch erforschen.

Ziel: Einen Raum/Ort mit den eigenen Sinnen und nach eigenen Interessen erkunden; Bewusst-werden darüber, dass wir Wahrgenommenes nach unserer subjektiven Erfahrung und kulturell bedingten Werten und Normen einordnen.
Gruppengröße: 10-20 Personen/ 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen
Dauer: 1 Tag
Materialien: Stadtplan, Diktiergerät, Digitalkamera, Zettel und Stifte für die Erkundung. Papier, Scheren, Stifte, Kleber, Musik, Beamer, Laptop für die Präsentationen.

Ablauf

Kleine Gruppen brechen auf, um einen halben Tag den definierten Raum (oft eine Stadt) zu erkunden. Sie machen sich Notizen über das Wahrgenommene. Jede Gruppe sollte möglichst zu einem vorher festgelegten Thema arbeiten, das den Beobachtungen eine Richtung gibt. Beispiel: Wo findet sich Europa in der Stadt wieder?

Das Wahrgenommene der Gruppen wird dann im Plenum ausgewertet, vorzugsweise künstlerisch (Collage, Aufnahmen, Theaterszenen, musikalische Inszenierungen usw.). Die Kleingruppen erläutern kurz, wie sie bei ihrer Entdeckungsreise vorgegangen sind. Wichtig ist, den Teilnehmenden im Anschluss an ihre Präsentation zusätzliche Informationen zu geben oder manche Feststellungen zu korrigieren. Falsche Informationen sollten sich nicht im Gedächtnis der Teilnehmenden einprägen. Dazu können lokale Expert_innen eingeladen werden.

Es geht keinesfalls darum, die Beobachtungen zu beurteilen, sondern darum, zum Verständnis und zur Relativierung zu den wahrgenommenen Dingen beizutragen. So sollte auf die Subjektivität der Beobachtungen und Urteile hingewiesen werden, die es nicht erlauben über ein Ganzes zu urteilen. Voreilige und pauschale Schlussfolgerungen sind unzulässig.

Wichtig: Die Entdeckungstour und die Auswertung sollten an einem Tag durchgeführt werden. Die Themenvorgaben sollten dabei so knapp wie möglich gehalten sein.

Diese Methode enthält ggf. auch Dialogmomente.

Es ist 5 vor 12

Foto: rauter25 (CC: BY-NC) | flickr.com

Die Teilnehmenden können deutlich machen, bei welchen Themen sie dringenden Handlungsbedarf von Seiten der politischen Entscheidungsträger_innen sehen.

Ziel: Politische Entscheidungsträger_innen auf Forderungen und Probleme aufmerksam machen, eine Diskussionsgrundlage schaffen
Gruppengröße: für jede Gruppengröße geeignet
Dauer: 30 – 60 Minuten
Materialien: Große Zeigeruhr (ggf. auf Pappe gemalt), Moderationskarten und Stifte, Klebeband oder Reißnägel.

Ablauf

Eine große Zeigeruhr (ggf. auf Pappe gemalt), welche die Uhrzeit fünf Minuten vor Zwölf anzeigt, wird für alle gut sichtbar und zugänglich aufgehängt. Die Teilnehmenden schreiben nun auf die bereitliegenden Karten, in welchen Bereichen für sie der Zeiger auf „Fünf vor Zwölf“ steht. Denkbar sind beispielsweise Dinge, die nicht wie gewünscht laufen, Probleme, mit denen die Teilnehmenden derzeit zu kämpfen haben und vieles mehr.

Die Problemsammlung kann allgemein gehalten werden oder sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Die gesammelten Ergebnisse werden am Ende in der Gruppe gemeinsam diskutiert.

Außerdem eignet sich diese Methode, um vor einem Gespräch mit politischen Entscheidungsträger_innen die Wünsche und Forderungen der Teilnehmenden zu visualisieren. Dies kann dann als Ausgangpunkt für die Diskussion dienen.

EUropa abbilden – Was ist Europa und die EU für mich?

Foto: mathias_the_dread | photocase

Jugendliche setzen sich mit ihrem Bild von Europa und der EU auseinander

Ziel: Einstieg in das Thema Europa und EU
Gruppengröße: weniger als 10 Personen/ 10-20 Personen/ 20-30 Personen
Dauer: ca. 2 Stunden
Materialien: 2 große Papierbögen mit den Umrissen für jede Kleingruppe, Stifte, Material zum Aufhängen

Ablauf

Mit dieser Methode kann ein Bild von Europa eingefangen werden: Wie sehen Jugendliche Europa und die EU jetzt? Und wie könnten beide aussehen? Die Fragestellungen könnten daher lauten: „Mein Europa – Was ist Europa für mich?“ und „Mein Eurotopia – Das Europa wünsche ich mir!“.

Nachdem die Gruppenleitung das Thema und die Methode erläutert hat, werden Kleingruppen mit 5-8 Teilnehmenden gebildet. Danach erhält jede Gruppe ein Plakat, auf dem symbolisch der Umriss von Europa abgebildet ist. Die Teilnehmenden schreiben nun ihre persönlichen Gedanken zu der Fragestellung auf das Plakat.

In einem zweiten Schritt muss die Gruppe Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausfiltern. Diese sollten farbig markiert werden, um zu verdeutlichen, welche Elemente bzw. Gemeinsamkeiten, die Basis von Europa bilden. Danach sollte auf einem zweiten Umriss dasselbe zu den Visionen von Europa durchgeführt werden. Jede Einheit sollte ca. 30 Minuten dauern.

Im Anschluss stellen die einzelnen Gruppen ihr Europa vor und hängen die Plakate im Raum auf. Abschließend werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Plakate diskutiert. Was ist auffällig und was haben die Teilnehmenden für Vorstellungen von Europa?

Tipp: Die Methode kann auch gemeinsam mit politisch Verantwortlichen durchgeführt werden, Gemeinsamkeiten und Unterscheide im Bild von Europa zwischen Jugendlichen und Entscheidungsträger_innen herauszufiltern. Dazu sollte einfach ein_e Politiker_in einer Kleingruppe zugeteilt werden.

Gedankensturm

Foto: thecrispone (CC: BY-NC) | flickr.com

Die Gedanken sind frei! Ein intensiver und strukturierter Einstieg in ein Thema.

Ziel: Die Fantasie anregen und Ideen sammeln
Gruppengröße: weniger als 10 Personen/ 10-20 Personen
Dauer: 30-40 Minuten
Materialien: Moderationskarten/Post-Its und Stifte

Ablauf

Die Teilnehmenden vereinbaren ein Thema bzw. eine Fragestellung für den „Gedankensturm“. Im nächsten Schritt schreiben alle ihre Ideen dazu auf Karten. Wichtig ist dabei: Nur ein Thema pro Karte und dieses groß und deutlich aufschreiben!

Die ausgefüllten Karten werden von der Moderation im Anschluss eingesammelt und an eine Stellwand geheftet. Die Ideen werden dabei thematisch sortiert. Angeregt durch die Karten entwickeln sich bei den Teilnehmenden häufig weitere Ideen, die ergänzend aufgenommen werden können.

In der Auswahl- und Entscheidungsphase werden die zuvor genannten Ideen dann nach Einfachheit, Realisierbarkeit und Schwierigkeitsgrad bewertet.

Interview bzw. Straßenumfrage

Foto: Adam Scotti (CC: BY-NC-SA) | flickr.com

Durch ein Interview oder eine Straßenumfrage können die Teilnehmenden Informationen zu einem bestimmten Thema sammeln und werden dabei mit neuen Aspekten konfrontiert.

Ziel: Die Teilnehmenden lernen, auf fremde Personen zuzugehen, ihnen Fragen zu stellen. Außerdem lernen sie neue Aspekte eines bekannten Themas kennen.
Gruppengröße: weniger als 10 Personen
Dauer: Mehrere Stunden
Materialien: Mikrofon, Aufnahmegerät, Mut, Computer mit Audio- bzw. Videobearbeitungssoftware

Ablauf

Zuerst sollten sich die Teilnehmenden überlegen, welches konkrete Thema bzw. welchen Fragen die Umfrage abdecken soll. Anbieten würde sich zum Beispiel eine Befragung von Jugendlichen zum Thema: „Wie sieht gelungene Beteiligung von Jugendlichen an politischen Entscheidungen aus?“

Ein Interview bzw. eine Straßenumfrage erfordern eine gute Vorbereitung. Wichtig ist, vorab darüber nachzudenken, welche Antworten und Aussagen zu erwarten sind, um gegebenenfalls eine passende Folgefrage parat zu haben. Selbstverständlich kann es passieren, dass die Befragten ganz andere Schwerpunkte nennen.

Nach der Befragung wird das Interviewmaterial ausgewertet. Die Aussagen sollten thematisch sortiert werden, um einen guten Überblick zu erhalten, und dann ausgewertet werden. Gibt es ein eindeutiges Meinungsbild? Welche neuen Aspekte habt ihr kennengelernt? Solltet Ihr Eure Meinung zu bestimmten Punkten evtl. überdenken? Die besten Aussagen können außerdem gesondert aufbereitet (Radiobeitrag, Plakat, …) und anschließend politischen Entscheidungsträger_innen präsentiert werden.

Kopfstand-Methode

Foto: paloetic (CC-BY-NC-SA) | flickr.com

Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass das Gegenteil einer gesuchten Lösung inhaltlich näher an dem Ziel liegt als alles, was sich dazwischen befindet.

Ziel: Spaß, Phantasieanregung, Ideensammlung.
Gruppengröße: Für Kleingruppen geeignet
Dauer: ca. 10 – 30 Minuten
Materialien: Karten, Stifte, Stellwand.

Ablauf

Für die Lösungsfindung wird ein Brainstorming durchgeführt, bei dem zuerst vom Gegenteil der gesuchten Lösung ausgegangen wird. Die Problemfrage wird auf den Kopf gestellt, also ins Gegenteil gekehrt. Statt beispielsweise danach zu fragen „Wie schaffen wir es, neue Jugendliche für unseren Jugendclub zu gewinnen?“ kehrt ihr die Zielfrage um und sucht Antworten auf die Frage „Wie gestalten wir unseren Jugendclub möglichst unattraktiv für Neue?“

Die dabei gewonnenen Ideen (neue Jugendliche beschimpfen, falsche Öffnungszeiten angeben, Hooligans einladen) wendet ihr im Anschluss wieder ins Gegenteil. So werdet ihr zum Finden alternativer Lösungen inspiriert: So zum Beispiel einen netten Empfang für neue Jugendliche organisieren, Flyer mit dem Programm und Öffnungszeiten des Jugendclubs entwerfen, die Zielgruppe definieren usw.

Bei der Methode wird davon ausgegangen, dass das Gegenteil einer gesuchten Lösung inhaltlich näher am Ziel liegt, als alles was sich dazwischen befindet. Eine Hilfestellung, um Aufgaben auf den Kopf zu stellen, geben die folgenden Fragen: Was ist das Gegenteil des Ziels, das erreicht werden soll? Wie soll das Ergebnis auf gar keinen Fall aussehen?

Lebendige Bibliothek

Foto: faungg (CC: BY-ND) | flickr.com

Die Lebendige Bibliothek ist eine Veranstaltungsform, bei der Personen als lebendige Informationsquellen „ausgeliehen“ werden können. Diese „Bücher“ machen ihre „Leser_innen“ in einem Gespräch auf neue Aspekte eines Themas aufmerksam und können helfen, Vorurteile und Distanz abzubauen.

Ziel: Über den persönlichen Kontakt mit den „Büchern“ Wissen schaffen, Vorurteile und Kommunikationshürden abbauen. Gegenseitiges Kennenlernen.
Gruppengröße:
10-20 Personen/ 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen
Dauer: 4-6 Stunden plus Vorbereitungszeit

Ablauf

Die Organisator_innen einer Lebendigen Bibliothek sollten sich frühzeitig um geeignete Gesprächspartner_innen („Bücher“) kümmern und bei der Einladung das Konzept ausführlich erklären. Beispielsweise eignen sich politische Entscheidungsträger_innen und/oder Expert_innen zu einem bestimmten Thema als „Bücher“ für jugendliche „Leser_innen“. Ebenso denkbar ist, dass sich Jugendliche als „Bücher“ für politische Entscheidungsträger_innen anbieten (z.B. auf einer Parteiveranstaltung).

Während der Veranstaltung sollte ein zentraler Ort („Bibliothek“) geschaffen werden. Außerdem sollten Sitzgelegenheiten für „Bücher“ und „Leser_innen“ vorhanden sein. Wie in einer richtigen Bibliothek werden die Bücher von Bibliothekar_innen (den Veranstalter_innen) betreut.

Die „Leser_innen“ erhalten durch einen Katalog Einblick in den Bestand der Bibliothek und können sich eines der „Bücher“ ausleihen. Gemeinsam verbringen die „Leser_innen“ eine vorher bestimmte Zeit (z.B. 30 Minuten) mit dem „Buch“ und können alle ihre Fragen loswerden. Aber Vorsicht! Auch das Buch könnte Fragen haben. So entsteht ein lebendiger Austausch durch den die Teilnehmenden auf neue Aspekte eines Themas aufmerksam gemacht werden, möglicherweise vorhandene Vorurteile abgebaut und Fehlinformationen aus der Welt geschafft werden können.

Nach dem Ablauf der Leihfrist muss das „Buch“ wieder zurück in die Bibliothek gebracht werden.

Eine Lebendige Bibliothek wird oftmals im Rahmen größerer öffentlicher Veranstaltungen (Jugend- oder Musikfestivals bzw. in einer Fußgängerzone) organisiert, ist jedoch auch in einem kleineren Kreis (z.B. Veranstaltung im Jugendzentrum, Seminar) denkbar. Hierbei bietet es sich an, nach Schließung der Lebendigen Bibliothek eine Feedback- oder Diskussionsrunde anzuhängen, in der die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse berichten können.

Picture it!

Foto: soundso | Photocase

Durch eine Foto- oder Videoaktion setzen sich die Jugendlichen mit unterschiedlichen Orten/Blickwinkeln zu einem ausgewählten Thema auseinander und präsentieren diese der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträger_innen.

Ziel: Kreative Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema. Durch die entstandenen Fotos/Videos kommen sie ins Gespräch mit den Entscheidungsträger- _innen und können so eigene Interessen und Ideen sichtbar machen.
Gruppengröße: 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen
Dauer: Mehrere Tage für die Vorbereitung, ca. 2-3 Stunden für die Präsentation
Materialien: Kameras, Drucker, Computer mit Bildbearbeitungssoftware, Plakatkarton bzw. Passepartouts, Scheren, Kleber, Eddings und alles andere, was eine abwechslungsreiche Präsentation ermöglicht, Stellwände, große Bildhalter, Beamer

Ablauf

Die Jugendlichen bereiten sich zunächst inhaltlich auf das Thema vor und überlegen sich dann mögliche Motive, Orte etc. für ihre Aufnahmen. Hinter den Bildern soll eine konkrete Aussage, eine Meinung zum Thema stehen.

Die Präsentation sollte die politischen Entscheidungsträger_innen, mit denen die Jugendlichen anhand ihrer Bilder ins Gespräch kommen möchten, und ggf. die Öffentlichkeit miteinbeziehen. Insgesamt soll eine interaktive Diskussionsrunde entstehen.

Tipp:
Sehr anschaulich bei Bildern ist auch immer eine Vorher- und Nachher-Variante. Dazu kann man ein Bild so bearbeiten, dass es zeigt, wie z.B. ein bestimmter Ort jetzt aussieht und künftig aussehen könnte.

Die Methode ist für größere Gruppen von Jugendlichen, auch in Form einer Wettbewerbsausschreibung geeignet.

Postkarten

Foto: petit zozio (CC: BY-NC) | flickr.com

Die Teilnehmenden gestalten Postkarten und setzen sich dabei kreativ mit einem Thema auseinander. Auf diese Weise können sie Probleme und Lösungsvorschläge aufzeigen.

Ziel: Die Teilnehmenden setzen sich kreativ mit einem Thema auseinander, zeigen Probleme auf und erarbeiten Lösungsvorschläge.
Gruppengröße: weniger als 10 Personen/ 10-20 Personen/ 20-30 Personen/ mehr als 30 Personen
Dauer: 2-3 Stunden
Materialien: Vorbereitete Blanko-Postkarten, Stifte, Kleber, Scheren, alte Zeitschriften, buntes Papier, evtl. Fotos (Digikamera), Drucker

Ablauf

Die Teilnehmenden gestalten individuelle Postkarten zu einem vorher festgelegten Thema. Fotos, Bilder, Collagen, Zeichnungen – alles ist erlaubt. Dabei sollen die aktuelle Situation beschrieben und Wünsche für die Zukunft formuliert werden.

Die fertigen Postkarten können in der Gruppe vorgestellt werden und als Diskussionsgrundlage dienen. Außerdem können sie politischen Entscheidungsträger_innen übergeben werden und damit als Einstieg in eine Diskussion dienen.

Sandwich-Methode

Foto: entitee (CC: BY-NC-SA) | flickr.com

Durch die Verbindung von verschiedenen Arbeitsmethoden wird ein Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Ziel: Eigene Vorkenntnisse werden durch einen Fachvortrag und die Diskussion in einer kleineren Gruppe vertieft und erweitert. Informationen werden aufgenommen und mit den eigenen Vorkenntnissen verknüpft.
Gruppengröße: weniger als 10 Personen/ 10-20 Personen
Dauer: Mehrere Stunden
Materialien: Pinnwand, Flipchartpapier, Stifte, ein Experte bzw. eine Expertin oder ein passender Film oder Text. Ggf. Gliederung des Fachvortrags.

Ablauf

Nach der Vorstellung des Themas werden die Teilnehmenden in Gruppen eingeteilt. Diese erste kleine Gesprächsrunde dient dazu, Vorwissen und bisherige Erfahrungen auszutauschen. Daher ist es sinnvoll, eine möglichst klare und zugleich offene Fragestellung mitzugeben. Denkbar wäre: „Was bedeutet Partizipation in einer demokratischen Gesellschaft? Wie kann Jugendbeteiligung nachhaltig funktionieren?“

Im zweiten Teil hält ein_e Expert_in ein Kurzreferat zum oben genannten Thema. Hier haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr in der Kleingruppe erarbeitetes Wissen durch das Fachwissen zu komplementieren. Wichtig ist, dass die Zuhörer_innen eine Gliederung des Vortrages erhalten, bei der zwischen den einzelnen Punkten viel freier Platz ist. So können sie sich ergänzende Notizen machen.

Anstelle eines Kurzreferats könnt Ihr auch einen Film zeigen oder einen Text zum Thema lesen.

Nach dem Kurzreferat folgt eine zweite Gruppenrunde – mit den gleichen Personen. Sie verknüpft die Einfälle der ersten Runde mit den Informationen bzw. bezieht die Informationen auf die vorherigen Einfälle.

Die abschließende Runde im Plenum fasst die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zusammen und stellt die

Schlussfrage: „Was hat sich geklärt und was ist noch offen?“

Speak up!

Foto: jsawkins (CC: BY-SA) | flickr.com

Mit einer Kamera in einem Raum die Interessen der Teilnehmenden festhalten.

Ziel: Kreative Ermittlung von Meinungen und Wünschen.
Gruppengröße: weniger als 10 Personen
Dauer: Mehrere Stunden
Materialien: Kamera und ggf. zusätzlich notwendiges Equipment (Licht), geeigneter Raum oder große Box (Räumlichkeit, in der die Kamera sicher aufbewahrt und gleichzeitig leicht zugänglich ist).

Ablauf

Eine große Box oder ein kleiner Raum werden so vorbereitet, dass eine Kamera installiert werden kann, die zu bestimmten Zeiten läuft. Der Raum ist den Teilnehmenden bekannt und zugänglich. Alle, die diesen Raum betreten, haben die Möglichkeit zu sagen, was ihnen zu einem bestimmten Thema auf der Zunge liegt oder was sie daran besonders interessiert.

Die Informationen werden von einer vorher bestimmten Person (anonym) ausgewertet und das Ergebnis wird an einem vorher festgelegten Termin allen Teilnehmenden vorgestellt. Die Methode kann zur Vorbereitung auf eine anschließende Diskussion mit politischen Entscheidungsträger_innen oder eine sonstige Aktion verwendet werden.

Wichtig: Im Vorfeld sollten alle Teilnehmenden über das genaue Vorhaben und den Ablauf informiert werden.

Vier-Ecken-Reflexion

Foto: Stefan Baudy (CC: BY) | flickr.com

Bewegt reflektieren: Die Teilnehmenden kommen während der Stimmungs- bzw. Meinungsabfrage in Bewegung und machen gleichzeitig deutlich, wie sie zu bestimmten Themen stehen und welche Vorschläge sie bevorzugen.

Ziel: Stimmungsabfrage, Meinungsabfrage, Diskussionsgrundlage schaffen, Teilnehmende aktivieren
Gruppengröße: weniger als 10 Personen/ 10-20 Personen/ 20-30 Personen
Dauer: 15-20 Minuten
Materialien: Ein ausreichend großer Raum, in dem sich alle Teilnehmenden frei bewegen können. Tische und Stühle sollten weggeräumt werden. Falls die Methode draußen angewendet wird, werden Eckmarkierungen benötigt.

Ablauf

Mit dieser Methode kann eine Stimm- oder Meinungsabfrage vorgenommen werden, bei der sich die Teilnehmenden durch die Wahl eines Standorts im Raum „positionieren“ müssen. Falls die Methode draußen angewendet wird, sollten entsprechende Markierungen angebracht werden. Jede Ecke steht für eine Meinung: ja
– nein – weiß nicht genau – ist mir egal.

Zu Beginn stehen alle Teilnehmer_innen in der Mitte der Spielfläche. Die Spielleitung benennt nun Themen/Thesen, die einer Situationseinschätzung bedürfen. Das könnten folgende sein: „Ein Dialog zwischen Jugendlichen und Politker_innen ist nicht möglich“, „Jugendliche an politischen Entscheidungen zu beteiligen, bringt viel Aufwand mit sich“ oder “ Warum sollten sich Jugendliche beteiligen? Alles funktioniert doch“. Alle nehmen daraufhin eine Position im Raum ein. Im Anschluss kann die Spielleitung bei einigen der Teilnehmenden nachfragen, weshalb sie speziell diese Ecke ausgewählt haben.