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Der Strukturierte Dialog ist ein Prozess, der jungen Menschen den Rahmen für einen gezielten Austausch mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung bietet. Dabei steht für 18 Monate ein Thema im Mittelpunkt. In drei Phasen arbeiten Jugend und Politik gemeinsam am Thema – im Mitgliedsland und auf EU-Ebene.

Wie beim Ping-Pong gibt es dabei ein Wechselspiel: In den einzelnen Ländern finden unterschiedliche Aktivitäten statt. Ihre Ergebnisse werden am Ende jeder Phase auf einer EU-Jugendkonferenz zusammengebracht und diskutiert. Und deren Resultate werden dann wieder in die Länder zurückgespielt.

Die einzelnen Phasen

  • In der Orientierungsphase geht es darum, ein gemeinsames Verständnis des Themas zu entwickeln und gemeinsam einen Rahmen abzustecken. Das Ergebnis ist eine Art Fahrplan für den weiteren Prozess.
  • In der zweiten Phase steht die Beteiligung im Mittelpunkt. Die Meinungen, Vorschläge und Forderungen junger Menschen werdem zusammenzutragen und diese mit politischen Akteur_innen zu diskutieren. Dazu werden in allen EU-Ländern Beteiligungs- und Diskussionsrunden organisiert. Auf Basis der Ergebnisse werden am Ende dieser Phase gemeinsame Empfehlungen für die Politik erarbeitet.
  • In der abschließenden Konkretisierungsphase werden zu den Empfehlungen konkrete Umsetzungsvorschläge entwickelt. Sie füllen die Empfehlungen mit Leben.

EU-Jugendkonferenzen

Die EU-Jugendkonferenzen finden etwa alle sechs Monate statt. Jeweils in einem anderen Land kommen dann Vertreter_innen der Jugend und der Ministerien aus den 28 Ländern zusammen. Ihre Aufgabe ist es, über die Rückmeldungen aus den Mitgliedsstaaten zu diskutieren und Schlussfolgerungen zu ziehen.

EU-Jugendministerrat

Beim EU-Jugendministerrat kommen alle Minister_innen zusammen, die in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten für die Jugend zuständig sind. Der EU-Jugendministerrat ist eine Form des Ministerrats. Er wird auch als Rat der Europäischen Union bezeichnet.

Der Europäische Lenkungsausschuss

Der Europäische Lenkungsausschuss koordiniert den Strukturierten Dialog auf europäischer Ebene. Im Lenkungsausschuss sitzen Vertreter_innen der Jugend und Verantwortliche aus Politik und Verwaltung für jeweils 18 Monate zusammen.
Die Jugend wird durch das Europäische Jugendforum [Link: www.youthforum.org] und die drei nationalen Jugendringe der jeweiligen Triopräsidentschaft vertreten. Die politisch Verantwortlichen werden durch die Europäische Kommission sowie die Jugendministerien und die Nationalagenturen für das EU-Förderprogramm JUGEND IN AKTION der jeweiligen Triopräsidentschaft vertreten.

Die EU-Jugendstrategie

Der Strukturierte Dialog ist sozusagen das Jugendbeteiligungsinstrument der EU-Jugendstrategie. Er soll sicherstellen, dass bei ihrer Umsetzung die Meinungen und Anliegen junger Menschen einbezogen werden. Alles was in Sachen Jugendpolitik auf EU-Ebene läuft, beruht deshalb auf einer freiwilligen Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten. 2009 haben sie sich das gemeinsame politische Ziel gesetzt, bis 2018 die Situation junger Menschen europaweit zu verbessern und mehr Möglichkeiten und Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit zu schaffen, das freiwillige Engagement junger Menschen stärker zu fördern und die soziale Eingliederung junger Menschen zu stärken. Diese sogenannte EU-Jugendstrategie ist von 2010 bis 2018 der Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa.

EU-Jugendstrategie

Die Wirkung

Die Ergebnisse, die am Ende der dritten EU-Jugendkonferenzen stehen, werden an den EU-Jugendministerrat weitergeben. Er berät, welche Punkte er in die offiziellen Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission aufnehmen will.

Danach sind die politisch Verantwortlichen in den einzelnen Ländern der EU gefordert: Sie setzen sich mit den Empfehlungen auseinander, sollen sie bei politischen Entscheidungen einbeziehen und ein Feedback geben. Allerdings sind die Empfehlungen des Jugendministerrats aber nicht bindend. Jedes Land kann die Punkte umsetzen – muss es aber nicht.