Entwicklung einer Demografiestrategie

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Entwicklung einer Demografiestrategie

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Die Bundesregierung hat 2012 beschlossen eine Strategie zum Umgang mit dem demografischen Wandel auf den Weg zu bringen und dafür Arbeitsgruppen eingerichtet. Was fehlte war: die Perspektive junger Menschen.

Weil der demografische Wandel aber natürlich auch junge Menschen angeht, wurde nach Diskussionen 2014 auch die Arbeitsgruppe „Jugend gestaltet Zukunft“ eingerichtet. Die im Oktober 2014 gegründete AG soll die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen im Sinne einer Eigenständigen Jugendpolitik in die Demografiestrategie der Bundesregierung einbringen. Dies ermöglichte jungen Menschen, ihre Interessen bezüglich des demografischen Wandels zu formulieren.

Demografie

Demografie ist die Wissenschaft, die sich mit der Entwicklung von Bevölkerungen beschäftigt. Demografen betrachten dafür das Geburtenverhalten, die Migration und die Alterung der Gesellschaft.

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel beschreibt, wie sich die Zusammensetzung der Bevölkerung verändert. In Deutschland kommen immer weniger Kinder zur Welt. Gleichzeitig leben viele Menschen länger. Tendenziell schrumpft deshalb die Bevölkerung und wird immer älter. Das heißt auch: Es gibt immer weniger junge Menschen.

Gleichzeitig beeinflusst Migration diese Tendenzen. Im Großen und Ganzen wandern mehr Menschen nach Deutschland ein als aus. Oft sind es vor allem junge Menschen, die nach Deutschland kommen.

Mit diesen Veränderungen gehen vielschichtige Herausforderungen einher, beispielsweise: Die Befürchtung, dass fachlich gut ausgebildete Menschen auf dem Arbeitsmarkt fehlen; dass mehr Menschen in Rente gehen, als arbeiten; dass immer mehr junge Menschen junge Menschen vom Land in die Stadt ziehen, weil es an Grundlegendem wie öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen oder Freizeitangeboten fehlt; die Integration der Zugezogenen in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft.

Demografiestrategie der Bunderegierung

Zur politischen Gestaltung des demografischen Wandels, hat die Bundesregierung 2012 beschlossen eine Demografiestrategie auf den Weg zu bringen. In zehn Arbeitsgruppen beschäftigten sich Vertreter_innen der Länder und Kommunen, der Verbände und Sozialpartner, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit verschiedenen Themenschwerpunkten des demografischen Wandels in Deutschland. Sie haben Handlungsvorschläge erarbeitet, die vor allem die Lebensbereiche betreffen, in denen der demografische Wandel die stärksten Auswirkungen hat.

Ihre Ergebnisse bilden das Fundament für die Entwicklung einer Demografiestrategie. Um die erarbeiteten Ergebnisse öffentlich vorzustellen und Ziele der weiteren Zusammenarbeit zu festzulegen, hat die Bunderegierung in regelmäßigen Abständen Demografiekongresse und -gipfel abgehalten.

Die Herausforderungen des demografischen Wandels betreffen in besonderem Maße auch junge Menschen. Denn die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird in einer älter werdenden Gesellschaft immer kleiner. Damit die Gesellschaft trotzdem für alle lebenswert und gerecht ist, müssen auch junge Menschen zu Wort kommen, wenn es darum geht, Politik zu gestalten.

Die AG „Jugend gestaltet Zukunft“

Ichmache>Politik|Demografie organisierte von Oktober 2014 bis April 2017 die Jugendbeteiligung zur AG „Jugend gestaltet Zukunft“. In mehreren Beteiligungsrunden befassten sich junge Menschen bundesweit mit Themen und Fragestellungen zum demografischen Wandel. Sie konnten ihre Meinung off- und online einbringen. Die Ergebnisse hat Ichmache>Politik in die Arbeitsgruppe eingebracht. Ziel war es, dass die AG die Positionen aufgreift, diskutiert und in die Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung aufnimmt.

Handlungsempfehlungen für die Demografiestrategie der Bundesregierung

Jugendbrille

Gleichzeitig sollte in anderen Arbeitsgruppen berichtet werden, was aus Sicht junger Menschen besonders beachtet werden soll.

Die Arbeitsgruppe „Jugend gestaltet Zukunft“ hat deshalb eine Handreichung für die anderen Arbeitsgruppen erstellt, in denen sie diese anregte ihre Diskussionen und Ergebnisse aus einer Jugendperspektive zu beleuchten und die Interessen junger Menschen in ihren Überlegungen zu berücksichtigen. Bildlich gesprochen hat die AG darum gebeten die „Jugendbrille“ aufzusetzen.

Die Aufforderung, dass verschiedene Altergruppen gemeinsam Demografiepolitik gestalten, um für die gesamte Gesellschaft Wirkung zu entfalten, hat jedoch wenig Resonanz gefunden. So dass die Ergebnisse der AG „Jugend gestaltet Zukunft“ für sich standen.

Handreichung „Jugend-Brille“