Youth Goals – Europäische Jugendziele

YouthGoals:welcheThemenjungeMenschenbewegen

Youth Goals – Europäische Jugendziele

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Wohin soll sich Europa aus Sicht junger Menschen entwickeln? Welche Themen sind ihnen dabei wichtig? Zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2018 waren junge Menschen aus der ganzen EU aufgefordert, ihre Meinungen und Vorschläge in die Diskussion über die neue EU-Jugendstrategie einzubringen. Europaweit beteiligten sich Zehntausende an diesem Prozess – bei Diskussionsrunden, Projekten, Regionalkonferenzen oder über Online-Tools.

Im April 2018 diskutierten Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen aus allen EU-Ländern bei einer EU-Jugendkonferenz in Bulgarien über die Ergebnisse und entwickelten elf europäische Jugendziele, auch Youth Goals genannt.

Bildnachweis der Youth Goal Logos: Mireille van Bremen I CC BY-NC-ND

Die Youth Goals fassen zusammen, welche Themen junge Menschen in Europa bewegen und was sie von Jugendpolitik bzw. von Politik für junge Menschen erwarten. Mit dabei sind nicht nur die „klassischen“ Jugendthemen wie zum Bildung oder Beteiligung. Auch Nachhaltigkeit, psychische Gesundheit und Gleichberechtigung der Geschlechter spielen aus Sicht junger Menschen in der EU eine wichtige Rolle.

Die Youth Goals sollen in die neue EU-Jugendstrategie 2019-2027 und damit in den neuen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa einfließen. Gleichzeitig können Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen die Ziele
als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

Broschüre: Youth Goals
Die Europäischen Jugendziele in Einfacher Sprache

1. DIE EU MIT DER JUGEND ZUSAMMENBRINGEN

Das Gefühl fördern, dass die Jugend Teil des europäischen Projekts ist, sowie Brücken zwischen der EU und jungen Menschen schlagen, um Vertrauen zurückzugewinnen und die Beteiligung zu erhöhen.

Immer mehr junge Menschen haben kein Vertrauen in die EU. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Prinzipien, Werte und Funktionsweise zu verstehen. Auch Demokratiedefizite in den EU-Prozessen wurden als ein Grund für die zunehmende Euroskepsis von jungen Menschen ausgemacht.

  • In allen Phasen der Entscheidungsfindung in der EU eine wirkungsvolle Beteiligung und einen Dialog mit der Jugend sicherstellen und dafür bestehende Beteiligungsmechanismen verbessern und neue schaffen.
  • Sicherstellen, dass alle gleichberechtigten Zugang zu unparteiischen und jugendgerechten Informationen darüber haben, wie die EU funktioniert, wie man sich dort engagieren kann und welche Möglichkeiten sie bietet.
  • Die Bildung zum Thema Europa und der EU sowohl in schulischen als auch in außerschulischen Zusammenhängen stärken.
  • Sicherstellen, dass alle Mitgliedstaaten in den politischen und Verwaltungsgremien der EU angemessen vertreten sind, wie es dem Grundsatz der Gleichheit aller Staatsbürger_innen entspricht.
  • Das Budget für die europäischen Jugendprogramme erhöhen und ihre Wirkung stärken.
  • Das Vertrauen junger Menschen in das Projekt EU aufbauen, indem Demokratiedefizite, fehlende Transparenz und Sichtbarkeit angesprochen werden.
  • Einen festen Rahmen schaffen, in dem alle politischen Entscheidungen der EU in Bezug auf Jugendfreundlichkeit, Auswirkungen und Folgen für junge Menschen bewertet werden.

2. GLEICHBERECHTIGUNG ALLER GESCHLECHTER

Gleichberechtigung aller Geschlechter und in allen Lebensbereichen junger Menschen einen geschlechtersensiblen Umgang sicherstellen.

Geschlechtsbezogene Diskriminierung trifft viele junge Menschen, vor allem junge Frauen. Chancengleichheit und gleicher Rechtszugang müssen für junge Menschen aller Geschlechter, einschließlich junger nicht-binärer und LSBTQI+-Menschen, sichergestellt werden.

  • Diskriminierung bekämpfen und gleiche Rechte für alle Geschlechter in Bezug auf kulturelle, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe sicherstellen.
  • Allgemein ein Bewusstsein für geschlechtsbezogene Ungleichheit und Diskriminierung schaffen, vor allem in den Medien.
  • Geschlechtsbezogene Gewalt beenden, indem das Problem benannt und in allen seinen Formen wirkungsvoll bekämpft wird.
  • Stereotype Geschlechterrollenbilder beseitigen und für die Akzeptanz vielfältiger Geschlechteridentitäten im Bildungssystem, dem Familienleben, am Arbeitsplatz und anderen Lebensbereichen sorgen.
  • Strukturelle geschlechtsbezogene Diskriminierung am Arbeitsmarkt beenden und gleiche Rechte, gleichen Zugang und gleiche Chancen sicherstellen.
  • Gleichen Lohn für gleiche Arbeit und eine gerechte Verteilung der Verantwortung für die Sorgearbeit (z.B. Familien- Haushalts- und Pflegetätigkeiten) sicherstellen.
  • Gleichberechtigten Zugang zu formaler und non-formaler Bildung sicherstellen und das Bildungssystem geschlechtersensibel gestalten.

3. INKLUSIVE GESELLSCHAFTEN

Gesellschaftliche Inklusion für alle jungen Menschen ermöglichen und sicherstellen.

Ein Drittel der jungen Menschen in Europa ist von Armut und damit von gesellschaftlichem Ausschluss bedroht. Viele haben keinen Zugang zu ihren gesellschaftlichen Rechten. Viele erfahren weiterhin vielfältige Diskriminierungen, begegnen Vorurteilen und sind Opfer von Hassverbrechen. Neue Migrationsbewegungen haben auch gesellschaftliche und Integrationsherausforderungen mit sich gebracht. Es ist daher entscheidend, sich dafür einzusetzen, dass alle jungen Menschen in Europa, insbesondere diejenigen, die am meisten an den Rand gedrängt und ausgeschlossen sind, ihre Rechte in vollem Umfang verwirklichen können.

  • Rechtlichen Schutz bieten und mithilfe internationaler Rechtsinstrumente alle Arten von Diskriminierung und Hetze bekämpfen, da junge Menschen Opfer vielfältiger Arten von Diskriminierung sind.
  • Dafür sorgen, dass gesellschaftlich benachteiligte junge Menschen besser darüber informiert werden, welche Räume, Chancen und Erfahrungsmöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen.
  • Sicherstellen, dass gesellschaftlich benachteiligte junge Menschen gleichberechtigten Zugang zu formalen und non-formalen Lernumgebungen haben, um alle Dimensionen von gesellschaftlicher Teilhabe abzudecken.
  • Die Fähigkeiten von Pädagog_innen stärken, mit gesellschaftlich benachteiligten jungen Menschen zu arbeiten.
  • Mehr Räume, Chancen, Mittel und Programme bereitstellen, die den Dialog und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, sowie Diskriminierung und Ausgrenzung bekämpfen.
  • Soziale Unterstützung stärken, indem das Recht auf einen existenzsichernden Mindestlohn ebenso verankert wird wie faire Arbeitsbedingungen und allgemeiner Zugang zu guter Gesundheitsversorgung. Dabei müssen gezielt Maßnahmen zur Unterstützung von gesellschaftlich benachteiligten jungen Menschen ergriffen werden.
  • Sicherstellen, dass gesellschaftlich benachteiligte junge Menschen an allen Entscheidungsprozessen teilhaben und entscheidende Akteur_innen sind. Dies gilt insbesondere, wenn es um ihre eigenen Rechte, ihr Wohlergehen und ihre Interessen geht.

4. INFORMATION UND KONSTRUKTIVER DIALOG

Besseren Zugang zu verlässlicher Information sicherstellen und die Fähigkeit junger Menschen stärken, Informationen kritisch zu bewerten und sich an einem partizipativen und konstruktiven Dialog zu beteiligen.

Junge Menschen machen die Erfahrung, dass es schwierig sein kann zu überprüfen, ob Informationen zutreffend und zuverlässig sind. Sie müssen besser befähigt werden, sich in der Medienlandschaft zurechtzufinden und am konstruktiven Dialog teilzuhaben.

  • Junge Menschen befähigen, Informationen kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen und zu produzieren.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen oft wiederholte irreführende Nachrichten erkennen und anzeigen sowie die Genauigkeit von Nachrichtenquellen prüfen können.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen Hetze und Diskriminierung im Netz und in der realen Welt erkennen und anzeigen können.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen on- und offline eine respektvolle, tolerante und gewaltfreie Diskussionskultur pflegen.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen einen einfachen Zugang zu jugendgerechten Informationen haben, denen ethische und Qualitätsstandards zugrunde liegen.
  • Sicherstellen, dass Eltern und andere Erziehungsberechtigte sowie alle anderen, die mit der Bildung und Ausbildung von jungen Menschen befasst sind, über digitale und Medienkompetenzen verfügen und somit eine verlässliche Informationsquelle für junge Menschen darstellen.

5. PSYCHISCHE GESUNDHEIT UND WOHLBEFINDEN

Verbesserung des psychischen Wohlbefindens erreichen, die Stigmatisierung psychischer Krankheiten beenden und damit die gesellschaftliche Inklusion aller jungen Menschen fördern.

Eine nennenswerte und stetig wachsende Zahl junger Menschen ist besorgt über die Zunahme von psychischen Gesundheitsproblemen wie extremem Stress, Angstzuständen, Depression und anderen psychischen Erkrankungen bei ihren Altersgenoss_innen. Junge Menschen verweisen auf den extremen sozialen Druck, unter dem sie heute stehen, und sehen den Bedarf für eine bessere psychische Gesundheitsversorgung.

  • Die Entwicklung von Selbstbewusstsein und eines weniger konkurrenzorientierten Denkens unterstützen, indem die Wertschätzung für individuelle Fähigkeiten und Stärken gefördert wird.
  • Das Recht auf Arbeit und Lernen für Menschen mit psychischen Krankheiten während und nach ihrer Erkrankung schützen, um zu sicherzustellen, dass sie weiterhin ihre Ziele verfolgen können.
  • Einen inklusiven, sektorübergreifenden Ansatz im Umgang mit der Gesundheitsversorgung bei psychischen Erkrankungen entwickeln, insbesondere für gesellschaftlich benachteiligte Gruppen.
  • Qualitativ hochwertiges „Erste-Hilfe-Training für psychische Erkrankungen“ anbieten für alle, die beruflich mit jungen Menschen zu tun haben, aber auch für Familien und Freund_innen.
  • Inklusive, respektvolle und gut finanzierte Behandlungsmöglichkeiten durch eine integrierte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für psychische Erkrankungen in allen medizinischen Einrichtungen bereitstellen.
  • Den Schwerpunkt auf vorbeugende Maßnahmen setzen, die sicherstellen, dass junge Menschen das Wissen und die Fähigkeiten erwerben, die sie für ein besseres psychisches Wohlbefinden brauchen.
  • Programme entwickeln, die die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen bekämpfen und ein Bewusstsein dafür schaffen.

6. JUGEND IM LÄNDLICHEN RAUM VORANBRINGEN

Bedingungen schaffen, unter denen junge Menschen in ländlichen Gebieten ihr Potenzial entfalten können.

Trotz des EU-weiten Engagements für die Entwicklung des ländlichen Raums und angesichts der Tatsache, dass 2015 fast ein Drittel der EU-Bevölkerung in ländlichen Räumen lebte, bestehen weiterhin Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Es ist daher wichtig, Gleichberechtigung zwischen jungen Menschen in städtischen und ländlichen Gebieten sicherzustellen.

  • Angemessene Infrastruktur in ländlichen Gebieten sicherstellen, um eine gerechte Bereitstellung von öffentlichen Dienstleistungen, Internetanbindung und Wohnmöglichkeiten für junge Menschen zu gewährleisten.
  • Sicherstellen, dass zukunftsfähige, hochwertige Arbeitsplätze für junge Menschen im ländlichen Raum geschaffen werden.
  • Sicherstellen, dass dezentral verschiedene Aktivitäten von, für und mit jungen Menschen stattfinden, damit sie inklusiv sind und die Gemeinden vor Ort davon profitieren.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen in ländlichen Räumen aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligt sind.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen in ländlichen Räumen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Bildung haben.
  • Ein positives Bild des ländlichen Raums schaffen.
  • Die Wahrung ländlicher Traditionen sicherstellen.

7. GUTE ARBEIT FÜR ALLE

Zugang zum Arbeitsmarkt sicherstellen und Chancen für gute Arbeit für alle jungen Menschen schaffen.

Junge Menschen leiden unter hoher Jugendarbeitslosigkeit, prekären Arbeitsbedingungen und Ausbeutung, aber auch unter Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und am Arbeitsplatz. Jungen Menschen fehlt es sowohl an Informationen als auch an passenden Fähigkeiten für eine Beschäftigung in der Zukunft und eine volle Integration in den Arbeitsmarkt. Daher müssen Maßnahmen ergriffen werden, die eine gute Arbeit für alle sicherstellen.

  • Hochwertige Arbeitsplätze schaffen, die faire Arbeitsbedingungen, Arbeitsrechte und das Recht auf einen existenzsichernden Lohn für alle jungen Menschen garantieren.
  • Den Sozialschutz und die Gesundheitsversorgung für junge Arbeitnehmer_innen sichern.
  • Eine faire Behandlung und Chancengleichheit für alle jungen Menschen gewährleisten, um die Diskriminierung am Arbeitsmarkt zu beenden.
  • Sicherstellen, dass alle jungen Menschen die gleichen Chancen haben, die notwendigen Fähigkeiten zu entwickeln und praktische Erfahrungen zu machen, die ihnen den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt erleichtern.
  • Gewährleisten, dass Kompetenzen, die durch Praktika, Lehrstellen und andere Formen des arbeitsbezogenen Lernens sowie durch Freiwilligenarbeit und non-formale Bildung erworben wurden, anerkannt und bescheinigt werden.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen und Jugendorganisationen bei der Entwicklung, Einführung, Begleitung und Evaluierung von beschäftigungspolitischen Maßnahmen auf allen Ebenen als gleichberechtigte Partner_innen beteiligt werden.
  • Gleichberechtigten Zugang zu guten Informationen und angemessene Unterstützungsangebote sicherstellen, um junge Menschen auf den Arbeitsmarkt im Wandel und die Zukunft der Arbeit vorzubereiten.

8. GUTES LERNEN

Verschiedene Formen des Lernens zusammenführen und verbessern, um junge Menschen für die Herausforderungen des ständigen Wandels im Leben im 21. Jahrhundert fit zu machen.

Bildung bleibt ein Schlüssel zu aktiver Bürger_innenschaft, einer inklusiven Gesellschaft und Beschäftigungsfähigkeit. Daher müssen wir unseren Blick auf Bildung im 21. Jahrhundert erweitern und uns mehr auf übertragbare Fähigkeiten, schüler_innenorientiertes Lernen und non-formale Bildung konzentrieren, um einen wirklich gleichberechtigten und umfassenden Zugang zu guten Lernmöglichkeiten zu erreichen.

  • Umfassenden und gleichberechtigten Zugang zu guter Bildung und lebenslangem Lernen gewährleisten.
  • Sicherstellen, dass alle jungen Menschen Zugang zu angemessen finanzierter non-formaler Bildung auf allen Ebenen haben und diese anerkannt und bescheinigt wird.
  • Offenes Denken fördern und die Entwicklung von zwischenmenschlichen und interkulturellen Fähigkeiten unterstützen.
  • Auf allen Ebenen des Bildungssystems schüler_innenzentrierte Methoden schaffen und einsetzen, die persönlicher, partizipativer und kooperativer ausgerichtet sind.
  • Gewährleisten, dass das Bildungssystem jungen Menschen Alltagsfertigkeiten vermittelt, wie etwa den Umgang mit Geld und Gesundheitserziehung, einschließlich Wissen über sexuelle und reproduktive Gesundheit.
  • In formalen wie in non-formalen Lernumgebungen Methoden einbinden, die die Lernenden in die Lage versetzen, persönliche Kompetenzen zu entwickeln, wie z. B. kritisches und analytisches Denken, Kreativität und die Fähigkeit zu lernen.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen Zugang zu politischer Bildung haben, die ihnen fundiertes Wissen über politische Systeme, Demokratie und Menschenrechte vermittelt – auch durch Engagement in Gemeinde und Gesellschaft –, um so eine aktive Bürger_innenbeteiligung zu fördern.

9. RÄUME UND BETEILIGUNG FÜR ALLE

Die demokratische Beteiligung und Autonomie junger Menschen stärken und eigene Jugendbereiche in allen Teilen der Gesellschaft schaffen.

Junge Menschen sind in den Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, nicht ausreichend vertreten, obwohl ihr Engagement entscheidend für die Demokratie ist. Sie brauchen Zugang zu eigenen Räumen in ihrem Lebensumfeld, damit ihre persönliche, kulturelle und politische Entwicklung gefördert wird.

  • Sicherstellen, dass junge Menschen alle gesellschaftlichen Bereiche und alle Ebenen des Entscheidungsprozesses angemessen beeinflussen können, damit politische Maßnahmen den Bedürfnissen junger Menschen entsprechen – angefangen von der Festlegung der Diskussionspunkte bis zur Umsetzung, Begleitung und Evaluierung mithilfe von jugendgerechten und zugänglichen Prozessen und Strukturen.
  • Sicherstellen, dass alle jungen Menschen, unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen, gleichberechtigten Zugang zu alltäglichen Entscheidungsprozessen haben.
  • Jugendbeteiligung erhöhen und damit für eine gleichberechtigte Vertretung junger Menschen bei Wahlen sorgen, in gewählten Gremien ebenso wie in anderen Entscheidungsgremien auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
  • „Jugendräume“, also Räumlichkeiten und Infrastruktur bereitstellen, die auch von jungen Menschen in eigener Verantwortung geführt werden. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie unabhängig, offen und sicher sind, allen Zugang bieten, aber auch professionelle Unterstützung bei der eigenen Entwicklung sowie Möglichkeiten zur Jugendbeteiligung sicherstellen.
  • Sicherstellen, dass jeder junge Mensch Zugang zu sicheren virtuellen Jugendräumen hat, und damit zu Informationen und Dienst(leistung)en, aber auch zu Möglichkeiten der Jugendbeteiligung.
  • Eine nachhaltige Finanzierung, allgemeine Anerkennung und Entwicklung von guter Jugendarbeit sicherstellen, um Jugendorganisation und die offene Jugendarbeit sowie ihre Rolle bei der Inklusion, Beteiligung und non-formalen Bildung zu stärken.
  • Jugendgerechte, relevante, umfassende Informationen bereitstellen, die von und mit Jugendlichen entwickelt werden, um Jugendbeteiligung zu ermöglichen.

10. EIN NACHHALTIGES, GRÜNES EUROPA

Eine Gesellschaft schaffen, in der alle jungen Menschen sich für die Umwelt engagieren sowie umweltbewusst und fähig sind, Veränderungen in ihrem alltäglichen Leben zu bewirken.

Wir verbrauchen heute Ressourcen in einem Maße, das die Umwelt nicht verkraften kann. Die Gesellschaft muss handeln, um den Klimawandel und die wachsenden Umweltbedrohungen zu bekämpfen. Aber keine Gesellschaft kann ein Problem bekämpfen, das sie nicht bereit ist anzuerkennen. Daher müssen alle, auch junge Menschen, anfangen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen – und für dessen Auswirkungen auf das Leben kommender Generationen. Nachhaltig zu werden ist keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit.

  • Sicherstellen, dass alle, auch junge Menschen, verstehen, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Umwelt hat.
  • Die gesamte Gesellschaft befähigen, insbesondere aber junge Menschen, aktiv für einen Wandel hin zu einer umweltgerechten und nachhaltigen Entwicklung zu wirken.
  • Bei jeder politischen Maßnahme und Lebensentscheidung berücksichtigen, welche Auswirkungen sie auf die Umwelt haben, und dabei sicherstellen, dass junge Menschen auf allen Ebenen in die Entscheidungen über eine nachhaltige Umweltpolitik einbezogen werden.
  • Die internationale Zusammenarbeit verstärken, um umweltschädigende Produktion und umweltschädigenden Verbrauch zu beseitigen.
  • Möglichkeiten für junge Menschen zum Engagement im Umweltbereich fördern und stärken.
  • Sicherstellen, dass alle, insbesondere junge Menschen, Zugang zu umweltgerechter Infrastruktur haben, um eine nachhaltigere Lebensweise praktizieren zu können.
  • Forschung zu und Entwicklung von umweltfreundlichen Lösungen und Technologien ausweiten.

11. JUGENDORGANISATIONRN UND JUGENDPROGRAMME

Gleichberechtigten Zugang für alle jungen Menschen zu Jugendorganisationen und europäischen Jugendprogrammen sicherstellen – für eine Gesellschaft, die sich auf europäische Werte und eine europäische Identität gründen.

Über Jugendorganisationen und europäische Jugendprogramme werden Millionen von jungen Menschen in ihrem aktiven zivilgesellschaftlichen Engagement und der Entwicklung ihrer Alltagskompetenzen gefördert. Dennoch fehlt es den Akteur_innen der Jugendarbeit und europäischen Jugendprogrammen weiterhin an Geld, Anerkennung und Zugänglichkeit.

  • Sicherstellen, dass Jugendorganisationen und europäische Jugendprogramme allen jungen Menschen bekannt sind und gute Informationen darüber zur Verfügung stehen.
  • Sicherstellen, dass Jugendorganisationen ausreichend Mittel aus EU-Programmen erhalten, um Projekte zu entwickeln, und Zugang zu struktureller Förderung bekommen, um ihre Aufgaben zu erfüllen und ihre Arbeit zu unterstützen.
  • Sicherstellen, dass Jugendorganisationen und europäische Jugendprogramme besser mit den Bildungssystemen vernetzt werden und anerkennen, dass sie aktiv dazu beitragen, (zivil)gesellschaftliches Engagement und Alltagskompetenzen zu fördern.
  • Den Zugang zu europäischen Jugendprogrammen verbessern, für einen jugendgerechten Verwaltungsablauf sorgen sowie Unterstützung und gute Informationen für alle Teilnehmenden und Antragstellenden bereitstellen.
  • Gezielt gesellschaftlich benachteiligte junge Menschen ansprechen und sie dabei unterstützen, in Jugendorganisationen, Jugendgruppen, Jugendzentren und europäischen Jugendprogrammen aktiv zu werden.
  • Die finanziellen Mittel erhöhen sowie die Art der Zuwendungen und das Spektrum der für Jugendorganisationen und Jugendgruppen in Frage kommenden Initiativen erweitern.
  • Sicherstellen, dass junge Menschen an den Prozessen beteiligt werden, die darüber entscheiden, wie europäische Jugendprogramme gehandhabt werden.