Nachgehakt: #JungeThemen in die Ministerien

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Nachgehakt: #JungeThemen in die Ministerien

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Die Wirkung von Mitwirkung zu stärken ist unsere Mission. Anfang November haben wir dazu mal wieder etwas Neues probiert: wir haben direkt in verschiedenen Ministerien nachgehakt und gefragt was bisher zu #jungenThemen gelaufen ist.

Über die letzten Jahre gab es anhand verschiedener Projekte beim DBJR die Möglichkeit sich direkt an bundespolitischen und europaweiten Prozessen zu beteiligen. Junge Menschen diskutierten zu verschiedenen Themen, äußerten ihre Meinung und stimmten darüber ab, was ihnen besonders wichtig ist.

Anfang November sind dann junge Menschen, die sich in verschiedenen Bereichen engagieren ,mit Vertreter*innen der Ministerien in einen vertieften Austausch gegangen. Soviel vorweg – es war richtig gut! „Wir haben uns wirklich ernstgenommen gefühlt“ ist das Fazit der Teilnehmenden. Und auch für die Vertreter*innen aus den Ministerien waren die Gespräche eine Erfahrung, die sie gerne wiederholen möchten.

Nachgehakt zu „Jung sein im ländlichen Raum“

Mit Anliegen und Vorschlägen zum Thema „Jung sein in ländlichen Regionen“ kam eine Gruppe junger Menschen mit Vertreter*innen des BMJV, dem Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, ins Gespräch. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl nahm sich viel Zeit zuzuhören wo „der Schuh drückt“. Immer wieder ging es in dem offenen Dialog um die Frage, wie gerade junge Menschen als Verbraucher in ländlichen Regionen gestärkt werden können und die Informationen erhalten, die für sie wichtig sind.
Die Problemstellungen auf dem Land sind ganz unterschiedlich: „Wenn der Bus nicht regelmäßig kommt, brauchen wir alternative Möglichkeiten von A nach B zu kommen.“ Car- und Fahrradsharing oder Apps für Fahrgemeinschaften sind da tolle neue Möglichkeiten. Aber was passiert mit den persönlichen Daten, die man angeben muss? Was ist wirklich ein nachhaltiges Angebot? Wo hört die Fahrgemeinschaft auf und wo fangen die gewerblichen Fahrerdienste an und wie ist man dann bei einem Unfall versichert?
Auch das Thema Wohnen beschäftigt junge Menschen auf dem Land. Zwar gibt es hier nicht die Engpässe wie in den großen  Städten, aber kaum kleine Wohnungen, die für junge Menschen geeignet und bezahlbar sind. Chancen bieten Hausgemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser und andere Wohnkonzepte: Wie kann man als Gruppe Wohnraum auf dem Land mieten? Was muss man bei Nachbarschaftshilfe beachten? Wie kann man Leerstand zum Wohnen und für soziale Räume, wie z.B. einen Jugendtreff nutzen?
Wichtige Fragen über die sich ausgetauscht wurden. Die Vertreter*innen des Ministeriums konnten viele Anregungen mitnehmen, um Projekte und gezielte Informationen zum Verbraucherschutz für die Herausforderungen junger Menschen auf dem Land zu entwickeln. So hatten die  Teilnehmenden das Gefühl wirklich gehört worden zu sein. Für alle Beteiligten war „Nachgehakt“ also ein echter Gewinn.

Nachgehakt zu „Attraktivität beruflicher Bildung“

Kurz nach dem ersten Nachgehakt-Gespräch traf sich eine andere Gruppe junger Menschen mit Vertreter*innen aus dem BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und dem BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) zum Thema „Attraktivität beruflicher Bildung“. Im Gespräch ging es vor allem um die Besonderheiten der Berufsausbildung in Deutschland. Dabei brachten die Teilnehmenden ihre ganz unterschiedlichen eigenen Erfahrungen – aus der eigenen Ausbildung,  dem Berufsschullehramt und der Tätigkeit als Schülervertretung in einer Berufsschule – in die Diskussion mit ein.
Wenn es um den Zugang zu Ausbildung geht, wünschen sie sich gerade junge Menschen, die es nicht so leicht haben, eine kontinuierliche Begleitung. Sie finden sich u.a. in der Vielfalt der Informationen zu verschiedenen Programmen und Ausbildungen nicht zurecht und legen eine zentrale Bündelung der Informationen nahe.
Ein weiterer Punkt der Teilnehmenden war die Frage der Bezahlung in der Ausbildung: „Das Geld reicht nicht, um Ausziehen zu können und die Beantragung von Berufsausbildungsbeihilfe ist zu kompliziert.“ Für die Teilnehmenden wäre die duale Berufsausbildung sehr viel attraktiver, wenn der Lebensstil von Azubis mit dem von Studierenden vergleichbar wäre. Auch ein Punkt, warum sich junge Menschen oft für ein Studium entscheiden: Auslandsaufenthalte sind in der Ausbildung sehr selten und wenn dann nur kurz möglich.

Für alle Punkte nahmen sich die Vertreter*innen aus beiden Ministerien viel Zeit, um zu erklären, wie die Begleitung in den Beruf bereits unterstützt wird, wo die Vorhaben zu einer Mindestausbildungsvergütung stehen und was im Bereich Internationalisierung derzeit läuft. Mit den Teilnehmenden zu diskutieren zeigte ihnen, dass sie wirklich an den Themen dran sind, die für junge Menschen aktuell wichtig sind. Einige der Anliegen wollen sie mitnehmen und in ihrer Arbeit berücksichtigen. Besonders bei der Internationalisierung von Ausbildung gäbe es Möglichkeiten. Die Teilnehmenden fühlen sich durch die offene Diskussion wertgeschätzt: „Ich habe immer gedacht, wenn etwas nicht passiert, wird es nicht gewollt. Jetzt verstehe ich das das alles ein bisschen komplizierter ist und nicht daran hängt, dass keine Initiative da ist.“

Politik kann offen für die Anliegen junger Menschen sein! –  mit diesem Gefühl gehen die Teilnehmenden nach Hause. „Nachgehakt“ war ein guter Schritt auf dem Weg Politik ein bisschen jugendgerechter zu gestalten.