Abstimmungsergebnisse

3. Wie können die Sichtbarkeit und die Anerkennung dieser Kenntnisse und Fähigkeiten gestärkt werden?


1.

Es sollte im Lebenslauf Platz geben, um außerschulisch erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten für Arbeitgeber_innen sichtbar zu machen.


2.

Bei Veranstaltungen wie z.B. nationalen Bildungsgipfeln sollte der außerschulische Bildungsbereich stärker berücksichtigt werden.


3.

Die Öffentlichkeit muss besser über den außerschulischen Bildungsbereich informiert werden. Das führt zu mehr Akzeptanz und Anerkennung in der Öffentlichkeit.


4.

Ehrenamtliches Engagement muss allgemein besser anerkannt und gefördert werden.


5.

Die Angebote der außerschulischen Bildungsarbeit sollten zeitlich flexibel gestaltet werden, so dass auch junge Menschen mit kleineren "Zeitbudget" daran teilnehmen können.


6.

Außerschulisch erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sollten genauso anerkannt werden wie schulische Lernfächer, Klausuren und Noten.


7.

Die Politik sollte die außerschulische Bildung mehr wertschätzen, indem sie weniger Fokus auf die schulische Bildung legt und der außerschulischen Bildung mehr Freiräume und eine bessere Förderung verschafft.


8.

Es sollte kein "Pflichtenheft" entstehen, das abgearbeitet werden muss, da dies dem Prinzip der Freiwilligkeit in der außerschulischen Bildung widerspricht. Auf Wunsch sollten die Teilnehmenden jedoch ein Zertifikat erhalten, das die Fähigkeiten/Aktivitäten für Dritte nachweist.


9.

Die Jugendarbeit muss stärker in die Öffentlichkeit integriert werden. Nur so kann man die Akzeptanz der Jugendarbeit erhöhen und mehr junge Menschen dafür gewinnen.


10.

Junge Menschen sollten bessere Mitsprache- und Beteiligungsmöglichkeiten in der Schule, in Kommunen etc. (z.B. Rederecht in "Erwachsenengremien") erhalten.


11.

Gesellschaft, Politik, Schule und Elternhaus müssen das außerschulische Engagement junger Menschen stärker würdigen.


12.

Die Regierung sollte deutlich zeigen, dass sie die außerschulische Bildung anerkennt.


13.

Berufstätige und Azubis, die sich ehrenamtlich in der außerschulischen Bildungsarbeit engagieren, sollten durch ihre Arbeitgeber_innen unterstützt werden (z.B. durch Bildungs- oder Sonderurlaub, Freistellungen).


14.

Junge Menschen, die sich in der außerschulischen Bildungsarbeit engagieren, sollten für ihren weiteren Lebensweg Stipendien und andere Formen der Unterstützung erhalten.


15.

Projekte mit positiven, gesellschaftsfördernden Inhalten bewirken eine bessere Anerkennung der außerschulischen Bildung.


16.

Besonders wirksam sind Bestätigungen über ehrenamtliche Tätigkeiten, die nicht vereinheitlicht oder zertifiziert sind, sondern individuell für die entsprechende Person ausgestellt wurden und deren Arbeit und Leistungen hervorheben.


17.

Die außerschulische Bildungsarbeit sollte als gleichwertiger Partner in den Bildungsplänen verankert werden.


18.

Lob, Ehrung und Auszeichnungen auch für junge Menschen: Bei Ehrungen im Verein, durch Bürgermeister_in und Co. sollten nicht nur langjährig Aktive (meist (Fast-)Senior_innen) berücksichtigt werden, sondern auch junge Menschen.


19.

Junge Menschen müssten mehr über die Angebote und Möglichkeiten der außerschulischen Bildungsarbeit informiert werden (z.B. durch "Schnupper-Aktionen").


20.

Ehemalige und Multiplikator_innen sollten motiviert werden, die außerschulische Bildung in anderen Bereichen bekannt zu machen.


21.

Die Anerkennung und Sichtbarkeit der außerschulischen Bildungsarbeit kann durch eine eigenständige Jugendpolitik von Bund und Ländern gestärkt werden.


22.

Damit die außerschulische Bildung sichtbarer wird, muss sie in den Medien (Presse, Fernsehen, Radio, Internet) präsenter werden. Dafür braucht es eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen und Aktionen.


23.

Angebote sowie Aus- und Fortbildungen in der außerschulischen Bildungsarbeit sollten möglichst alltagsorientiert sein.


24.

Für erhöhte Aufmerksamkeit können öffentliche Personen und Prominente sorgen, die sich zu ihrem außerschulischen Engagement in ihrer Jugendarbeit bekennen.


25.

Junge Menschen, die in der außerschulischen Bildungsarbeit aktiv sind, sollten dies besser darstellen und sich selbstbewusst präsentieren können (z.B. gegenüber Arbeitsgeber_innen).


26.

Ehrenamtlich tätige Jugendgruppenleiter_innen sollten steuerliche Vorteile erhalten, um die teils erheblichen privaten materiellen und immateriellen Aufwendungen ein wenig zu kompensieren.


27.

Die Schulen sollten stärker für die Angebote der außerschulischen Bildungsarbeit werben und den Schüler_innen die Teilnahme daran ermöglichen. Damit zeigen sie ihre Wertschätzung für den Bereich und das Engagement der Schüler_innen.


28.

Anerkennung bedeutet auch, dass die Rahmenbedingungen für die außerschulische Bildung (v.a. die finanziellen) verbessert werden.


29.

Es ist eine bessere Vernetzung der schulischen und außerschulischen Bildungsbereiche notwendig, z. B. sollte außerschulischen Bildungsträger_innen bessere Zugangsmöglichkeiten für den Schulbereich erhalten.


30.

Schüler_innen sollten bei Ausbildungen im Bereich der außerschulischen Bildung von Zuzahlungen (z.B. Teilnahmegebühren) befreit werden.


31.

Außerschulisch erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sollten in der Schule, der Ausbildung und beim Studium anerkannt werden.


32.

Wir brauchen verbindliche Regelungen für Auszeiten/Freistellungen an (Hoch-)Schulen oder im Beruf für ehrenamtliches Engagement.


33.

Der Leistungsdruck in Schule und Studium muss gesenkt werden.


34.

Aufmerksamkeit und ein echtes Interesse von Seiten der Erwachsenen für die Einstellungen, Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Kinder und Jugendlichen ist wichtig.


35.

Damit außerschulisch erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten besser anerkannt werden, sollten die Träger_innen außerschulischer Bildung (z.B. Jugendverbände, Jugendbildungsstätten) die Inhalte Ihrer Angebote deutlicher darstellen.


36.

Sichtbar gemacht werden kann ein außerschulisches Engagement weniger durch Zeugnisse/Zertifikate als durch öffentliche Aufmerksamkeit.


37.

Die Einführung weiterer Zertifikate ist schwierig, da kaum jemand die Vielzahl der verschiedenen Formen überblicken kann.


38.

Bestehende Nachweise wie z.B. die Jugendleiter/In-Card (Juleica) oder der Youthpass sollten in den Standards für Bewerbungs-, Qualifizierungs- und Fortbildungsmodalitäten verankert werden.


39.

Nicht jede Fähigkeit, die ein junger Mensch in der außerschulische Bildungsarbeit erwirbt, kann dokumentiert oder direkt an einer Aktion festgemacht werden.


40.

Junge Menschen sollten mehr über ihre Freizeitaktivitäten reden. Oft halten Engagierte mit ihrem Einsatz hinterm Berg. Darüber reden, macht die Umwelt erst aufmerksam. Das hat mit "Prahlen" nichts zu tun.


41.

Die Jugendverbände sollten ein gemeinsames Projekt zur Standardisierung der Anerkennung der außerschulischen Bildung durchgeführen.


42.

Erwachsene sollten jungen Leuten mehr Chancen geben, Verantwortung zu übernehmen und rauszufinden, zu was sie fähig sind.


43.

Zertifikate, Urkunden, Teilnahmebescheinigungen und andere Dokumente sind hilfreich, um außerschulisch erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten zu dokumentierten und für Dritte besser sichtbar zu machen. Sie sollten deshalb verstärkt ausgestellt werden.


44.

Bereits vorhandene Nachweise wie z.B. die Jugendleiter/In-Card (Juleica) oder der Youthpass sollten stärker gewürdigt werden.


45.

Außerschulisch erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sollten im Schulzeugnis dokumentiert oder auf einem Extrablatt vermerkt werden, das wie ein Zeugnis anerkannt wird.


46.

Junge Menschen, die sich außerschulisch engagieren oder an entsprechenden Angeboten teilnehmen, sollten bei Bewerbungen (Ausbildung, Studium, Beruf etc.) besonders berücksichtigt werden.


47.

Die Tätigkeit als ehrenamtliche_r Jugendleiter_in sollte mit einem überregional anerkannten Nachweis zertifiziert werden, der auch für den Lebenslauf bzw. bei Bewerbungen verwendet werden kann.


48.

Patenschaften durch Politik und Wirtschaft erhöhen die Sichtbarkeit der außerschulischen Bildungsarbeit.


49.

Außerschulisches Engagement muss abhängig von den dabei erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten nachgewiesen werden. Mal eignen sich Zeugnisse (bei berufsähnlichen Einsätzen), mal qualifizierte Bescheinigungen (bei langfristiger ehrenamtlicher Tätigkeit) und mal Zeugnisbeiblätter (bei Aktivitäten außerhalb des Unterrichts).


50.

Außerschulisches Engagement muss zu einer Marke werden, eine Art "Abschluss" wie das Abitur oder der Bachelor, der auch ebenso anerkannt wird.


51.

Mit Hilfe von Dokumentationsmappen können junge Menschen Bestätigungen und Zertifikate der außerschulischen Bildungsarbeit sammeln.


52.

Nachweise und Zertifikate werden von jungen Menschen, die an außerschulischen Bildungsangeboten teilnehmen, nur schlecht angenommen, da ihnen der Mehrwert nicht bewusst ist.


53.

Freiwilliges Engagement im außerschulischen Bereich sollte z.B. durch z.B. durch Freikarten fürs Kino, Vergünstigungen für Kurse oder Freistellung von "lästigen Pflichtaufgaben" belohnt werden.


54.

Im Rahmen von Angeboten der außerschulischen Bildung sollten Jugendliche stärker motiviert werden, über die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse nachzudenken.


55.

Schüler_innen, die an außerschulischen Bildungsangeboten teilnehmen oder sich in dem Bereich engagieren, sollten in der Schule Vorteile davon haben (z.B. bei x Stunden außerschulischer Bildung dürfen x mal Hausaufgaben "vergessen" werden).


56.

Es sollte ein einheitliches, wirklich bekanntes Zertifikat für die außerschulische Bildung eingeführt werden. Derzeit gibt es zu viele unterschiedliche Zertifikate.


57.

Dokumentationen wie Bilder, Zeitungsartikel oder Chroniken/Gruppenbücher sind hilfreich, um das Erlebte an die nächsten Generationen weiterzugeben und sich auch selbst daran zu erinnern, was man alles schon gemeinsam erlebt und gelernt hat.


58.

Um die Sichtbarkeit und Anerkennung der außerschulischen Bildungsarbeit zu stärken, sollten außerschulische Lernergebnisse in den Europäischen Qualifikationsrahmen einbezogen werden.


59.

Um außerschulisch erworbene Kennnisse und Fähigkeiten in anderen Lebensbereichen einsetzen zu können, müssen diese besser miteinander verzahnt werden.


60.

Für eine bessere Anerkennung außerschulischer Bildung braucht es mehr wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass die sie genauso wichtig wie die schulische Ausbildung - oder sogar wichtiger.


61.

Für Zertifikate der außerschulischen Bildungsarbeit sollte es einheitliche, verbindliche Regelungen geben (wie bei der Jugendleiter/In-Card (Juleica) ).


62.

Viele Schulen erkennen die außerschulische Bildungsarbeit bereits an. Schulleiter_innen, Lehrer_innen oder Sozialarbeiter_innen nehmen z.B. an der Verleihung von außerschulischen Zertifikaten teil und vermerken das außerschulische Engagement der Schüler_innen auf dem Zeugnis.


63.

Es sollte ein Ausbildungspass oder ein Ausbildungsordner für außerschulische Tätigkeiten eingeführt werden.


64.

Dokumentieren könnnen die Anbieter_innen außerschulischer Bildung selbst. Eine staatliche Beurkundung würde aber vor allem bei Bewerbungen mehr hermachen als eine institutionelle Urkunde.


65.

Es sollte jährlich ein nationaler Preis für Jugendarbeit bzw. Jugendprojekte vergeben werden.


66.

Belohnungssysteme innerhalb der Gruppe fördern das außerschulische Engagement.


67.

Es sollte möglich sein, den Bundesfreiwilligendienst in Etappen neben der Ausbildung zu absolvieren.


68.

Es sollte einen anerkannten Nachweis geben, der wie ein Zeugnis nach bestimmten Kriterien funktioniert.


69.

Um die Sichtbarkeit zu fördern, sollte sich die außerschulischen Bildungsarbeit stärker mit anderen Organisationen (z.B. aus der Wirtschaft oder dem Studierendenbereich) vernetzen.


70.

Für bestimmte Arten von Engagement sollte es eine Anerkennung in Form von "Punkten" geben (ähnlich wie beim Studium).


71.

Die Grenzen zwischen außerschulischer und schulischer Bildung sollten nicht überschritten werden.


72.

Es sollten einheitliche Richtlinien für den Erwerb der wichtigsten außerschulischen Fähigkeiten eingeführt werden.


73.

Es sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden.


74.

Durch ihr Engagement in der außerschulischen Bildung sollten junge Menschen Aktions- oder Bonuspunkte sammeln können, für die sie Prämien erhalten können.


75.

Es sollten bundesweit einheitliche Modelle zur Zertifizierung der Teilnahme und Mitwirkung an Angeboten der außerschulischen Bildungsarbeit entwickelt werden.


76.

Die Dokumentation von außerschulisch erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten muss besser vergleichbar gemacht werden.


77.

Es sollte ein "Lebenspass" eingeführt werden, in dem alle erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten eingetragen werden.


78.

Die Inhalte der Ausbildung für die Jugendleiter/In-Card (Juleica) sollten ausgeweitet werden.


79.

Zertifikate sollten nicht für Einzelaktivitäten, sondern eher für "Blöcke" von Engagement (x Jahre Gruppenleitung, Vorstand etc.) ausgestellt werden.


80.

Die Sichtbarkeit und Anerkennung der außerschulischen Bildungsarbeit muss nicht gestärkt werden. Junge Menschen können die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten bereits heute gut einsetzen.


81.

Alle "Ausbildungsgänge" in der außerschulischen Bildungsarbeit sollten vereinheitlicht und entsprechend zertifiziert werden.