Abstimmungsergebnisse

04 Bildung, Ausbildung und Arbeit


1.

Praktika dürfen nicht dazu verwendet werden, um Arbeitskräfte billig auszunutzen. Deshalb sollten europaweit Regelungen eingeführt werden, die überall gute Bedingungen für Praktikant_innen schaffen.


2.

Schule sollte Jugendliche besser auf Dinge vorbereiten, die sie im Alltag wissen und können müssen (zum Beispiel Steuern bezahlen, Anzeigen erstatten, Kochen, Handwerken, Verträge abschließen). Zudem sollte das Lernen in der Schule selbst praktischer werden (zum Beispiel durch mehr Projektarbeit).


3.

Schulen sollten Jugendlichen dabei unterstützen, Verantwortung zu übernehmen, Selbstbewusstsein und Mut zu entwickeln sowie selbst aktiv zu werden. Dafür muss auch das Lehramtstudium angepasst werden.


4.

Es sollte in ganz Europa anerkannt werden, dass eine gute Berufsausbildung genauso viel wert sein kann wie ein Studium.


5.

Junge Menschen sind besonders oft von schlechten Arbeitsbedingungen betroffen. Die Europäischen Union sollte deshalb stärker gegen zum Beispiel niedrige Ausbildungsvergütungen und Löhne, befristete Arbeitsverträge, Leiharbeit oder ungeregelte Arbeitszeiten vorgehen.


6.

Jugendarbeitslosigkeit ist in der Europäischen Union ein großes Problem. Die EU und ihre Mitgliedsländern sollten deshalb mehr Geld in die Bildung und in Beschäftigungsangebote für junge Menschen investieren. Jugendlichen, die in einer Notlage sind, sollte zudem unbürokratisch geholfen werden.


7.

Die Europäische Union muss sich stärker dafür einsetzen, dass die Bildungs- und Berufsabschlusse der einzelnen EU-Länder vergleichbar sind und gegenseitig anerkannt werden. Denn dies ist eine wichtige Voraussetzung für das europaweite Lernen und Arbeiten.


8.

Der europäische Arbeitsmarkt ist nicht nur eine Chance: Viele gut ausgebildete junge Menschen wandern in ein anderes Land aus, da sie Zuhause keine oder nur schlecht bezahlte Arbeit finden. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sie auch in dem neuen Land unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen.


9.

Junge Menschen, die auf dem Land leben, brauchen mehr Chancen für eine gute Ausbildung, Arbeitsplätze oder Freizeitangebote. Dafür sind zum Beispiel ein gut ausgebauter öffentlicher Verkehr oder bezahlbare Wohnungen wichtig. Dies gilt für alle EU-Länder.


10.

Lernen ist auch außerhalb der Schule wichtig. Deshalb sollten alle Jugendichen unter 18 Jahren europaweit freien Eintritt in öffentliche Einrichtungen erhalten (zum Beispiel Museen, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen). So können alle Jugendlichen diese Angebote für die eigene Bildung nutzen.


11.

Schüler_innen sollten besser unterstützt werden, selbstständig zu lernen und Freude daran zu entwickeln. Zudem sollten sie sich auf ihre Interessen und Stärken konzentrieren und fächerübergreifend lernen können. Wichtig ist dabei auch, dass der Leistungsdruck verringert wird.


12.

Die Europäische Union darf junge Menschen nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten. Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Sicherheit sind für junge Menschen zwar wichtig, aber nicht ihr alleiniger Lebensmittelpunkt.


13.

Unternehmer sollten ihr Ansprüche bei Praktika und ersten Stellen runterschrauben und eine gute Betreuung sicherstellen. Das hilft jungen Menschen beim Einstieg in die Arbeitswelt.


14.

In manchen Berufen wird es immer schwieriger Nachwuchs zu finden (zum Beispiel in der Landwirtschaft, einigen Handwerksberufen oder im öffentlichen Dienst). Deshalb müssen europaweite Bedingungen geschaffen werden, die jungen Menschen in diesen Berufszweigen eine Zukunftsaussicht geben.


15.

Politische Bildung sollte viel stärker in der Schule vorkommen. Das heißt, es sollte mehr und regelmäßigere Lernangebote geben, in denen Jugendliche mehr über Politik und den Umgang damit erfahren.


16.

Wir brauchen flexible Ausbildungssysteme, die zu unserer flexiblen Arbeitswelt passen. So sollte man darüber nachdenken, wie man Teilzeitstellen weiterentwickeln kann.


17.

Junge Menschen müssen besser auf den Übergang von der Schule in die Ausbildung, den Beruf oder das Studium vorbereitet werden. Dafür braucht es eine bessere Berufs- und Studienberatung und mehr konkrete Unterstützung.


18.

Die Europäische Union sollte Unternehmensgründungen fördern (zum Beispiel für Start-ups).


19.

Die Bildungssysteme in der Europäischen Union sollten weiter vereinheitlicht werden. So könnte für bestimmte Fächer ein europäischer Rahmenlehrplan entstehen, der für alle Schulen gilt. Dieser Lehrplan sollte durch europaweite Vergleichsstudien überprüft werden.


20.

Junge Menschen müssen stärker ermutigt werden, im Ausland zu arbeiten. Dies könnte erreicht werden, indem sie beim Lernen von Fremdsprache besser unterstützt werden.