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4. Was heißt hier freundlich?

Im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik wird darüber nachgedacht, wie eine jugendfreundliche Kommune aussehen muss. Welche Faktoren müssten Kommunen erfüllen, um den Test »Jugendfreundlich« zu bestehen und dafür eine Auszeichnung zu bekommen? Auf dem 5. Fachforum »Lokale Allianzen für Jugend – Mitdenken, Mitlenken!« haben die Fachleute eine Liste von Ideen gesammelt.

Was sagt ihr zu den Vorschlägen? Welche findet ihr besonders wichtig? Und was fehlt euch, damit eine Kommune das Label »jugendfreundlich« auch tatsächlich verdient?

 

    DAS SAGEN DIE FACHLEUTE

    Folgende Aspekte sollte eine jugendfreundliche Kommune nach Vorstellungen der Fachleute erfüllen:

    1. Die Jugendlichen leben gerne in der Kommune. Sie bleiben auch nach der Schulzeit oder kehren nach der Ausbildung zurück.
    2. Es gibt ausreichend Räume für Jugendliche, die ihren Bedürfnissen entsprechen und die sie selbstbestimmt nutzen können.
    3. Jugendliche werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen, respektiert und wertgeschätzt.
    4. Alle Jugendlichen haben Zugang zu schulischen und außerschulischen Lern- und Bildungsorten wie Schulen, Jugendzentren, Jugendverbänden, Theatern, Sportvereinen, u.v.m.
    5. Die Jugendarbeitslosigkeit ist niedrig.
    6. Echte Partizipation, also Mit- und Selbstbestimmung mit jugendgerechten Beteiligungsformaten für alle Jugendlichen sind gesetzlich verankert und etabliert. Junge Menschen werden ernsthaft in Entscheidungen der Kommune (auch über jugendspezifische Themen hinaus) einbezogen.
    7. Jugendhilfeplanung bezieht alle Lebensbereiche junger Menschen ein, nicht nur Jugendhilfe, sondern auch Schule, Stadt, Bau und Verkehrsplanung. Auch die Jugendlichen und ihre Eltern werden in den Planungsphasen ernsthaft beteiligt.
    8. Bei allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen, werden ihre Belange berücksichtigt und es wird geprüft, welche Auswirkungen sie auf junge Menschen heute und auf kommende Jugendgenerationen haben.
    9. Die Kommune hat ein Leitbild »Jugendfreundlichkeit«, das für alle Arbeitsbereiche in der Kommune gilt. Regelmäßig wird dieses Leitbild auf den Prüfstand gestellt. Dafür werden die Bedürfnisse möglichst aller jungen Menschen erhoben.
    10. Jugendpolitik hat einen hohen politischen Stellenwert in der Kommune. Es gibt einen politischen Auftrag und einen Etat für Jugendpolitik. Politik und Verwaltung, Schule, Vereine/Verbände, Jugend, Wirtschaft und lokale Medien wirken zusammen im Sinne einer lokalen »Allianz für Jugend«.

Die Beitragsphase ist bereits vorbei.

Gesetzlich verankerte Grundlagen für Jugendpartizipation sind dabei notwendiges Mittel auf dem Weg zur echten Jugendpartizipation, jedoch führt dies nicht zwingend zu Partizipation. Stell dir vor, es ist Jugendpartizipation und keiner geht hin... warum? Weil's keiner weiß...

(Wer liest schon Zeitung? Und wer geht schon auf die Facebookseite des Bürgermeisteramts oder auf ichmache-politik.de?)

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Echte Jugendpartizipation würde unumgänglich dazu führen, dass die Kommune jugendfreundlicher wird, da die betroffene Zielgruppe ihre Wünsche äußern und bei allen Entscheidungen der Kommune mitbestimmen kann.

(Unter der Annahme dass jugend-un-freundliche Entscheidungsergebnisse als Zugeständnisse nur dann erzielt werden können, wenn dafür in anderer Sache noch jugendfreundlichere Ergebnisse erzielt werden können, sodass insgesamt ein "Überschuss" an Jugendfreundlichkeit entsteht)

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Auch dürfen die unterschiedlichen Lebenswelten Jugendlicher nicht außer Acht gelassen werden - die Forderung, allen Zugang zu allem zu verschaffen vernachlässigt die Erkenntnis, dass Jugendliche am liebsten unter Gleichgesinnten sind und damit selbst zu Ausschließenden werden.

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Was meiner Meinung nach NICHT das Ziel sein darf, ist, die Jugend ZU wichtig zu nehmen, indem unverhältnismäßig teure Maßnahmen zum Einsatz kommen oder Instrumente (wie der Jugendhilfeausschuss) zweckentfremdet werden. Jugendfreundlichkeit sollte NACHHALTIG erstrebenswertes Attribut einer Kommune sein.

Der Jugendhilfeausschuss ist ein zu einem Jugendamt gehörender Ausschuss, der über grundsätzliche Fragen der Jugendhilfe entscheidet.

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2, 6 und 10 finde ich durchgehend gut, 3, 4, 8 und 9 halte ich dagegen für utopisch. 1, 5 und 7 sind m.E. gut gemeint, schießen aber am Ziel vorbei.

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Auf kommunaler Ebene müssen die Interessen junger Menschen stärker beachtet und ihre Partizipation bei Planungen ermöglicht werden. Bei Zwischennutzung sind ihre Belange besonders zu berücksichtigen. Die Kinder- und Jugendhilfe muss an der Stadtplanung umfassend beteiligt werden.

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Mehr Grün im urbanen Raum für Kinder und Jugendliche! Für eine gesunde und umfassende Entwicklung sind naturnahe Erlebnisse in einer ökologisch freundlichen Umgebung wichtig.

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In der Jugendpolitik aller politischen Ebenen und in gesellschaftlichen Diskursen müssten Jugendverbände in ihrer Rolle und Eigenschaft als Selbstorganisation j. Menschen wahrgenommen und als solche unterstützt, gefördert und einbezogen werden.

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Die Idee der Allianz finde ich wichtig und gut, damit endlich mal alle Potentiale, die in der Kommune vorhanden sind, zusammenkommen und sich im Sinne junger Menschen austauschen. Wichtig ist, dass das nicht nur ein Laber-gremium wird, sonder auch was passiert (Kooperationsprojekte etc.)

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Bei Punkt 7 finde ich wichtig, dass Eltern und junge Menschen noch viel mehr in das Schulgeschehen eingebunden werden.

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