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2. Wie bewertet Ihr die Wertschätzung und Anerkennung dieser Kenntnisse und Fähigkeiten?

  • Inwieweit werden die außerschulisch erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten Eurer Meinung nach von jungen Menschen selbst wertgeschätzt?
  • Inwieweit werden die außerschulisch erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch Freunde und Familie, die Gesellschaft, die Politik, die staatlichen Bildungsinstitutionen, den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und andere Akteure wertgeschätzt und anerkannt?

Um so höher der Anteil der Einsatz der Gesellschaft ist und die Möglichkeit sie zu erwerben, um so größer ist deren Anerkennung


Eine Wertschätzung der jungen Menschen kann nur erfolgen wenn sie in der Gesellschaft Anerkennung findet

Wenn die erworbenen Fähigkeiten nicht eingesetzt werden können und keine Möglichkeit geschaffen werden kann diese umzusetzten,können junge Menschen sie auch nicht als positiv bewerten.


sehr hoch, auch wenn es schwer ist diese "Werte" in einem auf Wirtschaft fokussiertem System als solche anzuerkennen und wahrzunehmen. In unserer Gesellschaft, vor allem aber in Wirtschaft und Politik werden nur messbare Leistungen wertgeschätzt und der Mensch als Wirtschaftsgut betrachtet.


Wichtig an ihrem außerschulischen Engagement ist Jugendlichen der Kontakt mit anderen Menschen sowie die Dankbarkeit für das Ehrenamt. Es ist Ausgleich zu Schule, Arbeit oder Studium. Sie erhoffen sich Erfahrungen für die Zukunft, Vorteile bei Bewerbungen um Schul-, Ausbildungs- oder Studienplätze.


Jugendliche nehmen einen Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung des Ehrenamts wahr, teilweise sogar im Familien- und Freundeskreis. Insgesamt falle die Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit sehr gering aus. Vor allem an Hochschulen müsse nach ihrer Meinung das Ehrenamt besser anerkannt werden.


Aufgrund der geringen Wertschätzung der außerschulischen Jugendbildung durch Politik und Lobbyismus und der schlecht bezahlten und beruflich benachteiligten Fachkräfte in diesem Bereich bedarf große Anstrengungen zur Überzeugungsarbeit.

Die Rauschenbachstudien belegen welche Potentiale und Werte in der außerschulischen Jugendbildung schlummern. Einzelne Akteure des Bildungswesen entdecken selbstverständlich diese Potentiale, viele verkennen diese oder sehen gar diese gar als ungeeignete konkurrierende Angebote an. Vielen fällt es schwer den Mut aufzubringen Bildungssysteme ganz neu zu denken, obgleich das System von Schule mit Frontalunterricht und Leistungsbenotung in einer Zeit entwickelt wurde, als man ohne Wikipedia und Internet auswendiggelerntes "Wissen" durch "Drill" den Schülern noch eintrichtern musste. Die außerschulische Jugendbildung dagegen setzt auf Bildungselemente wie: Lernkompetenz, Sozialkompetenz und das Geschick von Vernetzung und Ausprägung von spezifischen Fähigkeiten und der praktischen Anwendbarkeit. Auswendig gelerntes "Wissen" ist nahezu bedeutungslos geworden, da es per Knopfdruck für jeden zu jederzeit verfügbar ist!


Die Wertschätzung ist sehr unterschiedlich. Maßgeblich ist auch, welche Wertschätzung den Teilnehmern von anderen für die Teilnahme an solchen Angeboten entgegengebracht wird.

Die klassische Form von außerschulischen Jugendbildung ist kein typischer "Lobbyträger". Wirtschaftspolitische Interessen Zielen zuerst auf Angebote, die "Leistungsprinzipien" verfolgen und in der Öffentlichkeit in Form von "Wettbewerbscharakter" besondere Anerkennung geniesen und damit sowohl Politiker als auch Sponsoren leicht gewinnen können. Die zunehmende Öffnung der Armutsschere ist nichts anderes als der Ausdruck dieser Leistungs- und Konsumgesellschaft. Es ist zumindest in Frage zu stellen, ob die allgemeine SchulPFLICHT, eine leistungsbezogene Würdigung (z.B. durch Benotung), hochdotierte Sponsorverträge mit Sportvereine (z.B. mit Alkoholhersteller und Tabakfirmen) oder die leistungsbezogene Bezahlung von Jugendspielern in staatlich geförderten Jugendsportverbänden tatsächlich geeignete Bildungsräume darstellen. Eine Kultur die von einem zu scharfen Wettbewerb geprägt ist kann unter dem Gesichtspunkt der "Menschenwürde" die Bedürfnisse derjeniger nicht mehr befriedige, die minderbegabt sind oder über ganz besondere "Nischen"-Begabungen verfügen, die nach allgemeinen und instutionalisierten Standards nicht messbar sind, aber im Zusammenwirken unserer Gesellschaft trotzdem unverzichtbar bleiben.


Junge Menschen sind nicht außerschulisch aktiv, weil sie Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben wollen, sie sind es, weil es ihnen Spaß macht, weil sie Anerkennung finden und mit Freunden zusammen sein können


Es fehlt den jungen Menschen an einem Bewußtsein für diese Fähigkeiten

Man lernt Dinge ohne sie zu benennen, erst im aktiven Handeln werden diese Kompetenzen deutlich. In Deutschland zählen (leider nur) Kompetenzen, wenn sie zertifiziert werden können.


Dem Einsatz für außerschulische, außerberufliche Aktivitäten wird oft von anderen mit Unverständnis begegnet

Es wird den Problemen und Konflikten eine viel zu hohe Bedeutung beigemessen, während die Erfolge und der persönliche Gewinn, die der Einsatz an außerschulischen Aktivitäten mit sich bringt, oft vernachlässigt wird.