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1. Ernsthaft - Fit für Beteiligung

Beteiligung funktioniert nur, wenn Entscheidungsträger_innen junge Menschen ernst nehmen und Macht abgeben. Das gilt nicht nur für Politiker_innen, sondern z. B. auch für Lehrer_innen oder Arbeitgeber_innen. Damit Partizipation wirkungsvoll ist, muss sie gewollt und gelernt sein! Deshalb habt ihr bei der Beteiligungsrunde [Jugendbeteiligung – selbstverständlich?!] gefordert, dass Entscheidungsträger_innen in Sachen Jugendbeteiligung und im Umgang mit jungen Menschen besser qualifiziert und fit gemacht werden müssen. Doch was genau heißt eigentlich »fit« machen in diesem Zusammenhang?

Wenn ihr eine Schulung mit dem Titel »Fit für Jugendbeteiligung« erstellen müsstet, welche Kompetenzen müssten besonders gestärkt werden? Auf welche Inhalte würdet ihr einen Schwerpunkt setzen? Was sollten Entscheidungsträger_innen aus eurer Sicht konkret können? Was erwartet ihr von ihnen? Und was ist die Voraussetzung, um ausreichend fit zu sein für Jugendpartizipation?

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Wirklich zuhören lernen ist wichtig. Jugendliche drücken sich oft anders (und weniger ausgefeilt) aus, als erwachsene Entscheidungsträger das gewohnt sind. Das heisst aber nicht, dass die Ansichten und Anliegen weniger gewichtig oder ausgefeilt sind. Ein kleiner aber feiner Unterschied.


Kernkompetenz für Entscheidungsträger ist zu verstehen, dass Jugendbeteiligung vielleicht anstrengend und ungewohnt ist, aber Entscheidungen viel besser und nachhaltig macht - und auch Spass machen kann.

Junge Menschen werden eingebunden, weil sie eingebunden werden müssen, oder weil ihr Beitrag als wertvoll empfunden wird. Selbst wenn Jugendbeteiligung verpflichtend ist hilft es ungemein, wenn Entscheidungsträger verstehen warum es richtig und wichtig ist, wenn junge Menschen beteiligt werden. Ganz


Die Erwachsenen müssen lernen was die Jugend zur jetzigen Zeit interessiert.


Entscheidungsträger müssen Jugendbeteiligung schätzen können - es geht nicht um Lippenbekenntnisse, sondern darum zu wissen, dass Jugendbeteiligung wichtig und notwendig ist. Ausserdem wird Politik und Verwaltung insgesamt besser dadurch.


Er sollte den Jugendlichen besser zuhören. er sollte für Vorschläge offener sein und auf die Jugendlichen eingehen


Unser Bürgermeister sollte den Jugendlichen besser zuhören. Er sollte für Vorschläge offener sein und auf die Jugendlichen eingehen.


Kinder und Jugendliche sind Expert_innen ihrer Umwelt! Entscheidungsträger_innen müssen das ernst nehmen. Und das heißt auch evtl über den eigenen Schatten zu springen und Macht abzugeben. Nur weil Kinder nicht wählen dürfen, heißt das nicht, dass sie keine Meinung haben!


Ernsthaft Fit für Beteiligung sind Erwachsene, wenn sie Kinder und Jugendliche als Experten in eigener Sache ernst nehmen. Kein Mensch lässt sich sein Zähne im Supermarkt ziehen, aber Spielplätze gestalten und Schulen Einrichten können angeblich alle über 18 Jahre!


Die wichtigste Kompetenz ist es wohl, Macht wirklich teilen zu wollen. Partipation heißt nicht, Entscheidungen absegnen zu lassen.


Viele Entscheider*innen brauchen selbst erst mal ein Crash-Kurs in Sachen Partizipations- und Demokratieprozesse. Außerdem muss ihnen ein Perspektivwechsel möglich sein – also die Welt mal nicht aus Verwaltungsaugen sehen.