Hintergrundinfos

Die Beteiligungsrunde „Zusammenleben mitgestalten“ war Teil eines längeren, europaweiten Prozesses im Rahmen des Strukturierten Dialogs, der sich damit beschäftigt hat, was junge Menschen brauchen, um mit Veränderungen besser umgehen zu können und wie sie das Zusammenleben in Deutschland und Europa aktiv mitgestalten können. Hier erfahrt ihr mehr über die einzelnen Schritte und den Zeitplan.

In einem eineinhalbjährigen Dialogprozess wurden europaweit von jungen Menschen und Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung gemeinsam Ideen und Vorschläge entwickelt. Dies geschah in drei aufeinander aufbauenden Schritten: Orientieren - Beteiligen - Konkretisieren.

Jeder der drei Schritte wurde durch Aktivitäten in Deutschland vorbereitet und durch eine EU-Jugendkonferenz abgeschlossen. Dort wurden die gebündelten Vorschläge aus Deutschland von Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen mit den Ergebnissen aus den anderen Mitgliedsstaaten zusammengeführt. Die Ergebnisse einer EU-Jugendkonferenz bildeten dann jeweils die Grundlage für den nächsten Schritt.

Hier könnt ihr euch Schritt für Schritt durch den Prozess klicken:

 

Ausführliche Beschreibung:

1. Schritt: Orientieren (Januar bis März 2016)

Männchen mit Denkwolken. Grafik: DBJR
Grafik: DBJR

Worum ging es denn nun genau? Zu Beginn musste ein gemeinsames Verständnis des Themas und damit der Rahmen für die weitere Arbeit entwickelt werden. „Zusammenleben“ findet schließlich in sehr vielen Bereichen statt und es musste vereinbart werden, mit welchen Punkten und Fragestellungen wir uns im weiteren Prozess intensiver beschäftigen wollten.

Die Nationalen Arbeitsgruppen in den einzelnen EU-Ländern hatten die Aufgabe, das Thema durch die Brille des eigenen Landes zu betrachten und die Punkte, die aus Sicht von jungen Menschen dabei besonders wichtig waren, zusammenzustellen.

  • In welchen Bereichen ihres Lebens erleben junge Menschen derzeit besonders viele Veränderungen? Wo gibt es besonders viele Herausforderungen und Probleme?
  • In welchen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland und Europa sehen junge Menschen Handlungsbedarf?
  • Wo muss/soll (Jugend-)Politik aktiv werden, damit alle jungen Menschen am Zusammenleben teilhaben können und niemand ausgegrenzt wird?

Aktivitäten in Deutschland

In Deutschland fanden dazu die folgenden Aktivitäten statt:

  • Diskussionsrunden mit jungen Menschen: Das Multiplikator_innen-Team für den Strukturierten Dialog führte an verschiedenen Orten in Deutschland kleine Workshops mit Jugendlichen zu den Fragen durch und hielten die Ergebnisse fest.
  • Auswertung von Aktivitäten von und mit Jugendlichen: In Deutschland fanden in- und außerhalb des Strukturierten Dialogs zahlreiche Aktivitäten von und mit jungen Menschen statt, bei denen es unter anderem auch um das Thema „Zusammenleben mitgestalten“ ging: Projekte, Konferenzen, Seminare, Gruppenstunden, Dialog mit Politiker_innen, Workshops, BarCamps… Verschiedenen Gruppen, Projekte, Verbände und Initiativen schickten Materialien - von fertigen Publikationen, Pressemitteilungen und Positionspapieren bis hin zu abfotografierten Flipcharts und beschriebenen World-Café-Tischdecken war alles dabei.

Alle Materialien wurden von der Koordinierungsstelle für den Strukturierten Dialog im Hinblick auf die Fragestellungen ausgewertet.

EU-Jugendkonferenz in Amsterdam (April 2016)

Anfang April 2016 diskutierten 200 Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen aus allen EU-Ländern vier Tage lang in über die Herausforderungen für junge Menschen in einem inklusiven, vielfältigen und vernetzen Europa. Neben der Arbeit in Workshops wurde das Programm durch einen OpenSpace sowie „Feldbesuche“ bei Jugendeinrichtungen vor Ort ergänzt.
››› Mehr über die EU-Jugendkonferenz in Amsterdam erfahren

Das Ergebnis war ein Orientierungsrahmen, der die inhaltliche Grundlage für die folgende europaweite Konsultation mit Jugendlichen bildete.
››› Orientierungsrahmen auf Deutsch herunterladen


2. Schritt: Beteiligen (April – August 2016)

Figuren, die im Kreis sitzen und diskutieren
Grafik: DBJR

Ziel dieser Phase war es, Meinungen, Lösungsvorschläge und Forderungen junger Menschen zu den Themen, die auf der EU-Jugendkonferenz in Amsterdam herausgefiltert wurden, zusammenzutragen und zu diskutieren. Dazu organisierten die Nationalen Arbeitsgruppen in allen EU-Mitgliedsländern Beteiligungsrunden (Konsultationen).

Aktivitäten in Deutschland

In Deutschland startete die Beteiligungsrunde mit einem Kick-off-Wochenende vom 29. April bis 1. Mai 2016. Anschließend wurden die Meinungen, Vorschläge und Positionen von jungen Menschen und Jugendgruppen in Deutschland gesammelt. Danach konnten alle Beteiligten über die gesammelten Beiträge abstimmen und so mitentscheiden, welche Ergebnisse in die EU-Jugendkonferenz in der Slowakei eingebracht werden.
››› Alle Beiträge ansehen
››› Abstimmungsergebnisse ansehen
››› Zusammenfassung der Ergebnisse ansehen (pdf-Datei, ca. 1,2 MB)

EU-Jugendkonferenz in Košice (Slowakei)

Auf der 2. EU-Jugendkonferenz wurden Anfang Oktober 2016 die Meinungen, Lösungsvorschläge und Forderungen junger Menschen aus allen EU-Ländern zusammengebracht und von Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen diskutiert. Aufgabe war es, daraus gemeinsame Empfehlungen zu formulieren.
››› Mehr erfahren


3. Schritt: Konkretisieren (Oktober 2016 – Februar 2017)

Flipchartständer mit Pfeilen und Zahnrädern. Grafik: DBJR
Grafik: DBJR

Im letzten Schritt ging es darum, konkrete Umsetzungsvorschläge zu den Empfehlungen zu entwickeln.

Aktivitäten in Deutschland

In Deutschland fand dazu vom 12. bis 14. November 2016 in Weimar die Dialogveranstaltung "JuPiD 2016 - Jugend und Politik im Dialog" statt.
››› Mehr erfahren
››› Dokumentation der Ergebnisse von "JuPiD 2016" (pdf, 4MB)

Darüber hinaus waren die Mitglieder des jump-Teams in Deutschland unterwegs. Sie diskutierten mit Jugendlichen über die Empfehlungen der EU-Jugendkonferenz und sammelten Umsetzungsvorschläge und Beispiele guter Praxis.
››› Dokumentation der Ergebnisse des jump-Teams (pdf, 3 MB)

EU-Jugendkonferenz in Buggibat (Malta)

Auf der dritten und letzten EU-Jugendkonferenz diskutierten die Jugend- und Ministeriumsvertreter_innen im März 2017 über die Umsetzungsvorschläge aus den Mitgliedstaaten und entwickelten daraus einen „Werkzeugkasten“ für Verantwortliche aus Politik und Verwaltung. Dieser „Werkzeugkasten“ sollte helfen, die Empfehlungen mit Leben zu füllen und dazu beitragen, dass politische Entscheidungsträger_innen die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs aufgreifen und für die (Weiter-)Entwicklung von Jugendpolitik nutzen.

 

Ergebnis

EU-Jugendministerrat

Arm mit einem Tablett, auf dem ein Dokument präsentiert wird
Grafik: DBJR

Am Ende des 18-monatigen Dialogprozesses wurden die Ergebnisse dem EU-Jugendministerrat übergeben. Dieser verabschiedete im Mai 2017 ein offizielles Ratsdokument mit Empfehlungen für die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission.

Nachdem das offizielle Dokument verabschiedet wurde, liegt der Ball bei den Verantwortlichen in den EU-Ländern und den EU-Institutionen: Sie sind aufgefordert, sich mit den Ergebnissen des Prozesses zu beschäftigen und den Worten – soweit möglich – auch Taten folgen zu lassen, um so die politische Beteiligung junger Menschen voranzubringen. Denn die Empfehlungen des EU-Jugendministerrats sind für die EU-Mitgliedsländer (leider) nicht bindend.

Die Aktiven im Strukturierten Dialog werden sich aber sicherlich dafür stark machen, dass die im Dialogprozess entwickelten Empfehlungen auch in konkrete politische Aktivitäten umgesetzt werden. Schließlich stehen viele Tausend engagierte junge Menschen und zahlreiche politische Entscheidungsträger_innen dahinter!