Wir sind anders! Unser Image - unsere Realität

Was ist eigentlich "Die Jugend von heute"? Ein Blick in die Tageszeitungen oder ins Fernsehen zeigt ein klares Bild: junge Menschen sind unsicher oder egoistisch, haben Zukunftsängste oder schlechte Noten, hängen nur noch am PC oder Smartphone oder trinken und pöbeln auf der Straße, interessieren sich nicht für Politik und Gesellschaft sondern nur für Party und Spaß. Stimmt das? Natürlich nicht!  Wer genauer hinschaut erkennt, es gibt nicht „die Jugend“. Junge Menschen sind vielfältig und wir finden nicht alle in der gleichen Schublade einen Platz!

Jugendlicher auf Podest im Museum

Zeichnung: Anne Bergfeld


Im Rahmen der Aktivitäten zur Jugendstrategie des BundesjugendministeriumsHandeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ und in der AG „Jugend gestaltet Zukunft“ soll erarbeitet werden, wie die öffentliche Wahrnehmung junger Menschen verbessert werden kann. Was in unseren bisherigen Beteiligungsrunden schon deutlich wurde: Ein großes Problem und die größte Veränderungsnotwendigkeit seht ihr vor allem im Vertrauen und in der Einstellung gegenüber der Jugend. Junge Menschen müssen wesentlich stärker in ihren Fähigkeiten und Eigenschaften anerkannt und gefördert werden.  Wir brauchen auch mehr positive Öffentlichkeitsarbeit über junge Menschen, die sich engagieren. Jungen Menschen sollte unbedingt mehr zugetraut werden und sie sollten auch mehr gefordert werden.
Auch klar ist: Junge Menschen drücken sich oft anders aus, als Erwachsene das gewohnt sind. Gerade deshalb ist das „Zuhören lernen“ sehr wichtig. Das bedeutet nicht nur, dass junge Menschen vielleicht anders reden. Auch Lieder, Videos, Aktionen oder sogar wenn ihr bei etwas nicht mitmacht, „sagt“ ihr damit etwas. Es kommt nur darauf an, hier stärker zuzuhören, um ein vielfältiges Bild von Jugend zu bekommen.
Die Medien spielen natürlich eine große Rolle: Laut unserer bisherigen Ergebnisse seid ihr der Meinung, dass sie ganz besonders wichtige Unterstützer sind, wenn es um die Interessen junger Menschen geht. Dabei müssten sie sich aber wirklich darauf einlassen, aus der Perspektive der Jugend zu berichten und nicht nur über diese. Ihr denkt, dass es leider momentan eher so ist, dass Vorurteile gegenüber jungen Menschen entstehen, da einige Medien kein realistisches Bild Jugendlicher zeichnen.


Klar ist: Junge Menschen sind vielfältig, lassen sich nicht in eine Schublade stecken, haben eine eigene junge Realität und ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie leben möchten - und vor allem haben sie ein eigenes Bild von sich selbst! Aber wie sieht das aus? Was sollte die Öffentlichkeit zu „der Jugend von heute“ wissen? Wie nehmt ihr euer Image wahr und was stört euch dabei? Welche jungen Realitäten sollten stärker beachtet werden?

 

WAS WIRD AUS EUREN BEITRÄGEN?

Die Ergebnisse zur Frage „Wir sind anders! Unser Image - unsere Realität" fließen besonders in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) sowie der Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ ein. Beide beschäftigen sich in den nächsten Monaten mit dem Bild der Jugend in der Öffentlichkeit und wie es verbessert werden könnte.
Die AGJ tut dies im Rahmen ihrer „Themenpatenschaft" in der AG "Jugend gestaltet Zukunft“. Das bedeutet sie erarbeitet Handlungsempfehlungen zum Thema, die die AG beraten und für die Demografiestrategie vorschlagen wird. Die Koordinierungsstelle widmet sich dem Thema im Rahmen der neuen Jugendstrategie des Bundesjugendministeriums. Sie entwickelt also Ideen, wie ganz konkret in den nächsten Jahren das Bild der Jugend verbessert werden kann. Deshalb fragt die Koordinierungsstelle euch und auch Fachleute und Wissenschaftler_innen und arbeitet mit jungen Menschen in Workshops zu dem Thema.
Wir haben die Möglichkeit, nicht nur die schriftlichen Beiträge aus unserer Beteiligungsrunde einfließen zu lassen, sondern darüber hinaus vier Plätze in einem Jugendworkshop der Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" zu besetzen. Die Gruppen der beiden am höchsten gevoteten Beiträge zum Thema „Wir sind anders! Unser Image - unsere Realität" können jeweils zwei Teilnehmer_innen in den Jugendworkshop entsenden. Dort habt ihr die Möglichkeit, eure Meinung nochmals direkt zu vertreten und damit in die Prozesse einfließen zu lassen.

 

WEITERE INFOS ZUM THEMA

Presse (eine kleine Auswahl)

Die Jugend von heute (FAZ)
"Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung" (Die Welt)
"Generation"? Hört auf, uns zu klassifizieren! (Der Tagesspiegel)
18- bis 30-Jährige: Junge Deutsche sind optimistischer als andere Europäer (Spiegel online)
Verlotterte Jugend (Die Zeit online)
Jugend und digitale Technik: Wir Scheibenwischer (Spiegel online)
Generationen (Schekker - Das Jugendmagazin)

Studien zum Thema

Es gibt sehr viele Studien zum Thema Bild und Situation der Jugend, wir stellen hier nur eine ganz kleine Auswahl zur Verfügung, die um viele Beispiele ergänzt werden könnte:


>Die Shell Jugendstudie möchte eine aktuelle Sicht auf die Jugendgeneration und auch konkrete gesellschaftspolitische Denk- und Diskussionsanstöße geben.
>Wie ticken Jugendliche 2012? Die Sinus-Milieustudie lässt Jugendliche selbst zu Wort kommen.
>Die JIM-Studie ist eine jährlich erscheinende Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information.
>Die Jugendstudie Baden-Württemberg ist ein gemeinsames Projekt der Jugendstiftung Baden-Württemberg und des Landesschülerbeirats (LSBR)