Mehr junge Themen

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Mehr junge Themen

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In den Beteiligungsprojekten des Deutschen Bundesjugendrings waren die Themen, zu denen die jungen Menschen befragt wurden, von den Politikprozessen vorgegeben. Immer wieder sind jedoch im Laufe des Prozesses von den Teilnehmenden eigene Themen genannt worden, die für sie relevant sind. Damit diese nicht untergehen finden Sie hier eine Auswahl der Positionen.

Dabei zeigt sich, dass die jungen Menschen nicht unpolitisch sind: Von Perspektiven für ländliche Räume über Umwelt- und Datenschutz bis hin zum Thema Freihandelsabkommen stellen sie selbstbewusst Forderungen auf und haben zu mehr Themen eine Meinung als viele erwachsene Akteure es erwarten.

Die Themen werden in zufälliger Reihenfolge dargestellt.

Bild junger Menschen | Waffenhandel | Freihandel | Umweltschutz | Wohlstand und Teilhabe | Datenschutz | Mediennutzung | Landflucht

 

Judit Schoth (CC BY 4.0)

Wir sind nicht (nur) laut und uninteressiert

Viele jungen Menschen klagen darüber, dass in der Gesellschaft und den Medien ein verzerrtes und unrealistisches Bild von Jugendlichen vorherrscht. Sie wollen stattdessen mit ihrem Engagement, ihren Ideen und Fähigkeiten in den Medien auftauchen und nicht allein als Problem wahrgenommen werden.

„Die heutige Jugend ist nicht unmotiviert, unpolitisch, gleichgültig, selbstzentriert und verantwortungslos!“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „So sieht’s aus! Image < JUGEND >Internet“

Die Politik sollte sich dafür einsetzen, dass ein differenziertes Bild von jungen Menschen in der Gesellschaft herrscht, dass Jugendliche gefördert, aber dass ihnen auch etwas zugetraut wird und sie Selbstständigkeit erlernen können. Dafür fordern sie außerdem Investitionen in schulische und außerschulische Bildungsangebote, damit die jungen Menschen ihre Persönlichkeiten entwickeln und stärken können, um als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt zu werden.

Beteiligungsrunde „So sieht’s aus!" Schule Engagement

Waffenhandel stoppen

In den Positionen der befragten jungen Menschen wird deutlich, dass sie Kriege stoppen und verhindern wollen. Daher fordern sie von der Politik, den Handel mit Waffen stärker einzuschränken: Rüstungspolitik solle sich nicht am Ziel der Gewinnmaximierung von Rüstungskonzernen orientieren, sondern am Ziel, Frieden zu schaffen.

„Waffen sorgen nicht für Frieden! Stoppt deutsche Waffenexporte!“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein-Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

Deutschland solle zu einer atomwaffenfreien Zone werden und internationale rechtliche Regeln geschaffen werden, die die Entwicklung autonomer Waffensysteme untersagen.

 

Freihandel

Handelsabkommen sollen nach Meinung der jungen Menschen nicht so gestaltet sein, dass sie den Industrienationen Vorteile verschaffen.

„Welthandel muss gerecht sein, damit wir faire Produkte kaufen können!“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein-Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

Sie fordern die Politik auf, die Ziele des politischen Handelns der einzelnen Ressorts untereinander abzustimmen, damit beispielsweise wirtschaftspolitisches Agieren nicht zu Nachteilen für die Entwicklungszusammenarbeit führt.

 

Umweltschutz

Auch der Umweltschutz ist den jungen Menschen sehr wichtig. Sie fordern den Ausbau erneuerbarer Energien, ein Verbot von Plastiktüten, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, mehr Elektroautos und insgesamt eine ökologisch verträgliche Infrastruktur. Zudem sollten Instrumente entwickelt werden, um den Einfluss der Lobby der Energiewirtschaft auf die Politik einzudämmen.

„Es gibt nur diese eine Erde. Damit auf ihr künftige Generationen leben können, muss der Umweltschutz verstärkt werden!“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein-Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

 

 Wohlstand und Teilhabe für alle

Die Politik muss nach Ansicht der befragten jungen Menschen unbedingt dafür sorgen, dass Wohlstand gerecht verteilt wird. Dabei dürfe sie nicht davon ausgehen, dass sie selbst die Patentrezepte für eine faire Sozialpolitik bereits kennt, sondern muss auf marginalisierte Gruppen zugehen und sie nach ihrer Meinung fragen.

Medizinische Versorgung darf nicht von den finanziellen Möglichkeiten und dem sozialen Status abhängen. Außerdem muss die UN-Kinderrechtskonvention besser eingehalten werden – damit jedem Kind das Recht auf Teilhabe garantiert ist.

 

Engagement Vielfalt

Medien kompetent nutzen

Damit sich junge Menschen besser vor Datenmissbrauch, Viren, Hacking oder Cybermobbing schützen können, wünschen sie sich die Einführung des Schulfachs Neue Medien. Darin solle nicht nur vor den Gefahren gewarnt, sondern vielmehr der kritische Umgang mit Onlinemedien sowie Soft- und Hardwarekenntnisse vermittelt werden. Dazu gehörten nach Ansicht der jungen Menschen auch Crashkurse zum Thema Massenspeicherung.

„Nur Medienkompetenz ist wirksamer Jugendmedienschutz!“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „So sieht’s aus! Image < JUGEND >Internet“

 

Beteiligungsrunde „So sieht’s aus!"

Datenschutz

Gerade weil das Internet eine so bedeutende Rolle im Leben der befragten jungen Menschen spielt, ist ihnen das Thema Datenschutz sehr wichtig. Sie fordern, dass die Rechtslage den Bedürfnissen angepasst wird, denn das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Datenschutz dürften nicht den Verzicht auf die Internetnutzung bedeuten. Gesetzliche Richtlinien sollten in einem „Grundgesetz für das Internet“ festgelegt und zusammengefasst werden. Dabei müssen auch die Nutzungsbedingungen sozialer Netzwerke juristisch auf den Prüfstand gestellt werden und verhandelbar sein, damit Nutzer_innen selbst entscheiden können, welche Daten sie preisgeben wollen. Gleichzeitig fordern die jungen Menschen Alternativen zu Onlinetools (z. B. Anmeldungen, Datenrückmeldungen), um auch diejenigen einzubeziehen, die ihre sensiblen Daten nicht ins Internet stellen wollen.

Infrastruktur

Landflucht verhindern

Junge Menschen, die auf dem Land leben, wünschen sich Bleibeperspektiven für ihre Heimatregion. In erster Linie zählen sie dazu gute Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten vor Ort und den Ausbau der Infrastruktur. Aber auch das Thema Landwirtschaft ist für sie relevant. Einige fordern daher von der Politik, dass sie Landwirt_innen besser unterstützt und in Forschung investiert, die dafür sorgen soll, dass landwirtschaftliche Betriebe rentabel bleiben und innovativ sind. Ihnen ist aber auch wichtig, dass in den Medien ein differenziertes Bild von Landwirtschaft gezeichnet wird.

Demografie

 

1Seit 2010 haben junge Menschen an den Beteiligungsprojekten des DBJR teilgenommen. Ihre Positionen zu (jugend)politischen Themen wurden gesammelt und in Politikprozesse eingebracht (››Prozesse). Dabei herausgekommen ist eine Bandbreite an Forderungen, die nicht repräsentativ sind, aber einen Einblick in die Themen geben, die den Teilnehmenden wichtig sind (››junge Themen).