Ländliche Regionen

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Ländliche Regionen

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Junge Menschen1 wollen ihr unmittelbares Lebensumfeld mitbestimmen können. Gerade in ländlichen Gebieten muss Perspektivlosigkeit und weiten Distanzen Gestaltungsmöglichkeiten und –orte entgegengesetzt werden. Landkreise und Kommunen müssen sich fragen was jungen Menschen in ihrer Region brauchen, damit sie sich dort wohl fühlen und gern dort leben. Besonders zu den Themen Mobilität, Versorgung, Wohnen, Freizeit und Infrastruktur haben sie eine Meinung und wollen mitgestalten.

Um die Möglichkeiten der Lebensgestaltung, insbesondere der Erreichbarkeit, im ländlichen Raum zu erhöhen, setzen sich junge Menschen für mehr Mitbestimmung in lokalen Strukturen ein und fordern Rahmenbedingungen, die ihr alltägliches Leben vereinfachen und leistbarer machen.

„„Niedrigere Preise für den ÖPNV und eine Vereinheitlichung der Tarife über Verbundgrenzen.““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein – Demografiepolitik jugendgerecht gestalten

Junge Menschen fordern daher:

  • Ein_e Jugendbeauftragte_r in den Kommunen.
  • In politischen Prozessen auf kommunaler Ebene: jugendgerechte Sprache, Abbau von überholten Abläufen und Strukturen.
  • Vereinheitlichung der Tarife über Verbundsgrenzen hinaus.
  • Niedrigere Preise für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
  • Ausbau von Jugendräten/-kommissionen auf örtlicher Ebene.

Wir wollen mobil sein!

Das Thema Mobilität steht bei Jugendlichen ganz oben auf der Tagesordnung. Denn sie wollen unterwegs sein, sich mit Freunden treffen, ihren Hobbys nachgehen und für den Weg zur Schule oder Ausbildungsstelle nicht den halben Tag benötigen. Deshalb fordern sie den Ausbau der ÖPNV-Netze und von Radwegen, gerade im ländlichen Raum.

„„Im ländlichen Raum müssen öffentliche Verkehrsmittel regelmäßiger und an Zeiten junger Menschen angepasster, verkehren.““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Ernsthaft freundlich?! Jugendpolitik und Partizipation konkret“

Junge Menschen fordern daher:

  • Fahrradwege sollen ausgebaut werden.
  • Es soll ein Jugendtaxi für die Ferien geben.
  • ÖPNV-Fahrpläne mit Schulzeiten abstimmen.
  • ÖPNV auch am Wochenende mit regelmäßiger Taktung.
  • Starken Ausbau des ÖPNV-Netzes in ländlichen Regionen.
  • Bessere Mobilität mit Fahrzeugen ermöglichen: Einführung des Führerscheins ab 16 Jahren.
  • Vergünstigung von Benzin und Diesel im ländlichen Raum.
  • Angebot von Plattformen für Fahrgemeinschaften (auch fürs Fahrrad).
  • Größere Verfügbarkeit von Leihrädern, besonders von E-Bikes.

Der ÖPNV ist lebensnotwendig im ländlichen Raum

Junge Menschen haben viele Ideen um den ÖPNV im ländlichen Raum zu verbessern und ihren Bedürfnissen anzupassen. Sie schlagen z.B. vor, dass die Beförderungsunternehmen Testphasen durchführen, um herauszufinden, auf welchen Linien mehr Busse unterwegs sein müssen. Und sie haben weitere ganz konkrete Vorschläge, um besser und von den Eltern unabhängig unterwegs sein zu können: „Jeder muss gut erreichbar zur Schule kommen. Die Busse sollten in einem geregelten Takt fahren. Wenn nötig, sollten kleinere Busse eingesetzt werden, um alle Dörfer anzubinden.“ Doch nicht nur das Angebot, auch die Fahrpreise für Busse, Bahnen und Taxis beschäftigen die Jugendlichen und auch dafür fallen ihnen Lösungen ein: „Niedrigere Preise für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) könnten, z. B. durch Subventionierung alternativer Wettbewerber wie Busunternehmen oder auch die Einführung eines Zonensystems für den ÖPNV erreicht werden.

Infrastruktur Demografie

Bessere Versorgung im ländlichen Raum

Damit der ländliche Raum für junge Menschen attraktiv bleibt, setzen sie sich für die Schaffung von Bleibeperspektiven für die ländlichen Räume ein. Sie verstehen darunter qualifizierte Arbeitsplätze, Schulen vor Ort und eine gute Infrastruktur.

„„Ärztliche Versorgung auf dem Land sichern!““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein – Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

Junge Menschen fordern daher:

  • Mehr wohnortnahe Bildungsmöglichkeiten, sodass kein/e Schüler_in mehr als 45 Minuten Fahrzeit zur Schule hat.
  • Gründung von Schulverbänden als Chance, um drohende Schulschließungen zu verhindern.
  • Investitionen in wohnortunabhängige Bildungsmöglichkeiten: Fernunterricht
  • Studienmöglichkeiten und Praktikumsstellen für Medizinstudierende im ländlichen Raum.
  • Wohnortnaher Erhalt und Ausbau der Verwaltung.
  • Betriebliche Aus- und Weiterbildung in den Regionen stärken.
  • Innovative Formen der Behördenbetreuung: Ehrenamtliche Behörde am Wochenende oder Beratungsangebote über Skype.

Verwaltung muss erreichbar sein

Die Verwaltungsinfrastruktur soll nach Ansicht von jungen Menschen wohnortnah erhalten oder sogar ausgebaut werden. Sollte das nicht möglich sein, schlagen sie vor, Fahrdienste zu Verwaltungsstandorten einzurichten. Sie fordern aber auch eine Entwicklung hin zur „Digitalen Behörde“: über eine Internetpräsenz oder eine eigene App könnten behördliche Angelegenheiten erledigt werden. Dazu gehört der Ausbau einer telefonischen Behördenhotline für Informations- und Antragszwecke oder Videotelefonate beispielsweise über Skype.

Wir brauchen Räume für uns

Junge Menschen fordern, dass es mehr gut erreichbare Orte für die Freizeitgestaltung gibt und dass diese besser ausgestattet werden. Außerdem wünschen sie sich mehr Flexibilität, z.B. bei der Nutzung von Räumlichkeiten. So könnten einerseits ähnliche Einrichtungen wie Jugendzentren, Kindergärten, Flüchtlingsunterkünfte oder Museen könnten in bisher ungenutzten Gebäuden gemeinsam einziehen, oder andererseits öffentliche Räumlichkeiten für Projekte, Ideen und Initiativen von jungen Menschen ohne viel Bürokratie offen stehen. Jugendlichen liegt der Ort an dem sie leben und sind sehr am Herzen, brauchen aber mehr Möglichkeiten. Deshalbs fordern sie mehr Freizeitangebote und Gestaltungsräume für sich.

„„Um Gewalt vorzubeugen müssen allen Menschen Handlungsräume und Begegnungsmöglichkeiten gegeben werden, sie müssen Selbstwirksamkeit und Selbstwert erfahren und so Selbstbewusstsein entwickeln.““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein – Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

Junge Menschen fordern daher:

  • Mehr (jugendkulturelle) Angebote und Räume für junge Menschen.
  • Genügend (ansprechende) Aufenthaltsorte für junge Menschen, wie Grillplätze, Kletteranlagen, Sportplätze, Skateanlagen, Jugendtreffs, Cafés u.s.w..
  • Mehr Diversität bei Angeboten für junge Menschen (z.B. CSDs in ländlichen Regionen).
  • Mehr Geld und Unterstützung für eine starke örtliche Kinder- und Jugendarbeit!

Leistbares Wohnen ist wichtig

Junge Menschen fordern die Förderung von selbstgestaltetem und altersgerechten Wohnen gleich welchen Alters. So benötigen sie Wohnungstauschbörsen, Wohnberatung und mehr Wohngemeinschaften von Auszubildenden und Studierenden in der Nähe des Bildungsortes. Zudem setzen sie sich für Wohnkonzepte wie Mehrgenerationshäuser und die Nutzung von Leerständen ein.

Das Thema Mobilität steht bei Jugendlichen ganz oben auf der Tagesordnung. Denn sie wollen unterwegs sein, sich mit Freunden treffen, ihren Hobbys nachgehen und für den Weg zur Schule oder Ausbildungsstelle nicht den halben Tag benötigen. Deshalb fordern sie den Ausbau der ÖPNV-Netze und von Radwegen, gerade im ländlichen Raum.

„„Wir wollen gute Wohnkonzepte und mehr Wohnraum für Jung und Alt!““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Das muss sein – Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“

Junge Menschen fordern daher:

  • Wohnkonzepte und mehr Wohnraum für Jung und Alt!
  • Eine Verpflichtung für Gemeinden und Kommunen Formen des sozialen Wohnungsbaus bereitzustellen.
  • Sicherstellung von bezahlbaren Wohnformen.
  • Mehr Wohngemeinschaften von Studierenden und Auszubildenden in der Nähe ihres Bildungsortes.
  • Leerstände für Wohnformen von jungen Menschen verwenden.
  • Förderung von selbst gestaltetem und altersgerechtem Wohnen.
  • Investition in Mehrgenerationenhäuser und bedarfsgerechten Wohnformen.
Infrastruktur

1Seit 2010 haben junge Menschen an den Beteiligungsprojekten des DBJR teilgenommen. Ihre Positionen zu (jugend)politischen Themen wurden gesammelt und in Politikprozesse eingebracht (››Prozesse). Dabei herausgekommen ist eine Bandbreite an Forderungen, die nicht repräsentativ sind, aber einen Einblick in die Themen geben, die den Teilnehmenden wichtig sind (››junge Themen).