Jugendpolitik

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Jugendpolitik

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Für junge Menschen1 heißt gute Jugendpolitik, dass diese ihre Belange ins Zentrum stellt. Dabei wollen sie nicht als homogene Gruppe betrachtet, sondern in ihrer Individualität und mit unterschiedlichen Bedürfnissen wahrgenommen werden. Jugendpolitik ist für sie eine Querschnittsaufgabe, denn in der kommunalen und regionalen Politik sei alles jugendrelevant. So solle bei allen Entscheidungen der Politik, der Justiz und der Verwaltung darauf geachtet werden, dass Nachteile für junge Menschen vermieden und Vorteile erwirkt werden. Besonders wichtig ist den Teilnehmenden, dass sie selbst an der Entscheidungsfindung mitwirken dürfen, ihre Meinung kundtun können und als selbstständige Handelnde einbezogen werden.

„Junge Menschen sollten an allen kommunalen und regionalen Entscheidungen beteiligt werden.“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „Jugendbeteiligung – Selbstverständlich“

Deshalb fordern sie:

  • Mitspracherecht für junge Menschen in allen politischen Gremien
  • Herabsenken des Wahlalters auf 16 Jahre bei allen Wahlen
  • Mehr Mitbestimmung von unten nach oben
  • Das Bundesjugendministerium muss sich einmischen, wenn andere Ministerien Themen behandeln, die jungen Menschen betreffen
  • Ein_e Staatssekretär_in für Jugend soll steuernd und impulsgebend in alle Politikbereiche hineinwirken
  • Haushaltsbeschlüsse müssen konsequent auf ihre Wirkung auf junge Menschen und künftige Generationen überprüft werden
  • Die Entwicklung eines Jugendchecks, der alle Gesetzentwürfe auf ihre Auswirkungen auf junge Menschen überprüft und weitere Prüfinstrumente sollen entworfen werden

Jugendbeteiligung

Kinder und junge Menschen sollen als Gesprächspartner_innen ernst genommen und gefragt werden, so dass eine wirkungsvolle Partizipation auf Augenhöhe in allen Lebensbereichen erfolgen kann. Denn der Gradmesser für die Qualität einer Demokratie sei die Beteiligung junger Menschen an den Entscheidungen, die für ihre Zukunft relevant sind. Deshalb solle die Beteiligung junger Menschen auf allen Ebenen der Politik gesetzlich verankert werden. Dabei dürfe Jugendbeteiligung aber nicht zum Selbstzweck werden, sondern die Frage, warum und wie junge Menschen beteiligt werden, müsse immer am Anfang von Beteiligungsprozessen stehen. Bestehende Strukturen, in denen Jugendliche bereits partizipieren können, sollen gestärkt werden (z. B. Jugendverbände und Jugendhilfeausschüsse).

Ziele von Jugendpolitik

Jugendpolitik muss nach Meinung der Beteiligten den Anspruch haben, das Leben aller jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und der Brieftasche ihrer Eltern zu verbessern und allen die gleichen Bildungschancen zukommen zu lassen. Dabei muss auch immer an die Zukunft gedacht werden: Die jungen Menschen wollen ein würdiges Leben unter Wahrung der Menschenrechte für alle kommenden Generationen in Deutschland, Europa und der Welt.

Schule Beschäftigung und Ausbildung Vielfalt

Aufgaben von Jugendpolitik

Unabdingbar ist für die beteiligten jungen Menschen, dass Jugendpolitik als eigenständiges Politikfeld anerkannt wird. Gleichzeitig muss sie aber als Querschnittsaufgabe für alle Politikbereiche gelten. Jugendpolitisch relevante Fragen aller Ressorts müssen unter dem Dach der Jugendpolitik diskutiert werden.

Jugendpolitik muss laut den beteiligten jungen Menschen von einer starken Interessenvertretung flankiert werden. Daher sprechen sich die jungen Menschen mit Nachdruck dafür aus, dass Jugendarbeit und Jugendringe als Sprachrohre junger Menschen mit ausreichenden finanziellen Ressourcen ausgestattet werden.

Ganz wichtig ist Jugendpolitik im kommunalen und regionalen Bereich, wo alle Themen jugendrelevant sind. Doch die Beteiligten benennen weitere Themenfelder von Jugendpolitik, die durchaus bundespolitisch relevant sind.

bruzzomont/photocase.de

Forderungen junger Menschen:

  • Wirtschaft muss dem Wohle aller dienen,
  • Vollständige Umsetzung der Kinderrechte,
  • menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten,
  • durch attraktive Angebote verhindern, dass junge Menschen rechtsextrem werden,
  • sichere Arbeit und ein guter Start ins Berufsleben,
  • Nachhaltigkeit,
  • wirksame und transparente Kontrolle von Waffenexporten.

Jugendverbände einbinden

Viele junge Menschen sind in Jugendverbänden aktiv und sie wünschen sich, dass diese Strukturen ausreichend finanziell abgesichert sind. Verbandsstrukturen müssten vor Ort gestärkt und in die politischen Prozesse eingebunden werden. Auch auf Bundesebene müssen Wege gefunden werden, damit diese demokratisch legitimierten Selbstorganisationen von Jugendlichen ihre Ideen in den politischen Prozess einbringen können.

1Seit 2010 haben junge Menschen an den Beteiligungsprojekten des DBJR teilgenommen. Ihre Positionen zu (jugend)politischen Themen wurden gesammelt und in Politikprozesse eingebracht (››Prozesse). Dabei herausgekommen ist eine Bandbreite an Forderungen, die nicht repräsentativ sind, aber einen Einblick in die Themen geben, die den Teilnehmenden wichtig sind (››junge Themen).