Digitales

DigitaleKompetenzenstärken

Digitales

Print Friendly, PDF & Email

Junge Menschen 1 wollen sich in einer digitalen Welt frei und kompetent bewegen. Sie wünschen sich einen wertschätzenden Umgang im Netz, frei von Hass und Beleidigungen, und dass ihre Daten geschützt sind. Junge Menschen sehen das Internet als verbindendes Kommunikationsmittel in Europa und der Welt und als Chance für die Meinungsbildung und Beteiligung.

Digitalisierung ist für junge Menschen ein Thema, dass in viele Lebensbereiche vordringt und unterschiedliche Bereiche anspricht. Dabei ist die Kommunikation untereinander mit Problemen wie Cyber-Mobbing, Anonymität und Hassrede genauso Thema wie der Umgang mit „Fake-News“ oder der Einsatz und die Förderung von Verschlüsselungstechnologien.

„Jeder Bürger hat ein Anrecht auf den Schutz seiner Privatsphäre + seiner persönlichen Daten im Internet.“

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „du »EUROPA» wir“

Junge Menschen möchten wissen, was mit ihren Daten passiert und Kontrolle darüber haben, wer diese wann, wie, wozu und wo verwenden darf. Besonders das Thema Sicherheit, im Zusammenhang mit Verschlüsselung, sowie rechtliche Grundlagen auf europäischer Ebene nennen junge Menschen in erster Linie.

Europa

Junge Menschen fordern daher:
• Ausweitung des Schutzes der Privatsphäre und der persönlichen Daten im Internet.
• Mehr Klarheit und Kontrolle über die Speicherung ihrer Daten.
• Unternehmen sollen die Bestimmungen ihrer Websites und Apps auch in einfacher Sprache darstellen müssen.
• Europaweit einheitliche Richtlinien für den Datenschutz und die Datennutzung.
• Die Förderung und Verbreitung von Verschlüsselungstechnologien.
• Unterstützung und Anerkennung von Vereinen, Institutionen und Personen, die sich mit Sicherheit im Internet beschäftigen.

Kompetenzvermittlung ist besonders wichtig

Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Inhalten des Internets und das Erkennen und Unterscheiden von Chancen und Gefahren ist für junge Menschen wichtig. Sie möchten beim Nutzen von Medien und digitalen Kommunikationsmitteln unterstützt und zu kritischen User_innen ausgebildet werden. Doch junge Menschen wünschen sich auch Politiker_innen und Entscheidungsträger_innen mit mehr digitalen Fachkenntnissen.

Medienkompetenz gegen Falschmeldungen

Medienkompetenz ist für junge Menschen wichtig. Sie beziehen viele Informationen aus sozialen Netzwerken. Das Unterscheiden von seriösen Medien und solchen die auf das Verbreiten von Falschmeldungen spezialisiert sind ist wichtig und erfordert Wissen, das v. a. auch in der Schule vermittelt werden sollte. Junge Menschen wünschen sich auch im Umgang mit Falschmeldungen kompetenter zu werden und das Melden von Falschmeldungen soll direkter und einfach möglich sein.

Rawpixel | Unsplash (CC0)

Junge Menschen fordern daher:

  • Medienkompetenz soll so früh als möglich fester Bestandteil schulischer und außerschulischer Jugendarbeit sein.
  • Der Umgang mit dem Internet soll ein fester Teil der Ausbildung von Lehrer_innen sein.
  • Die Politik soll bei Entscheidungen zu digitalen Fragen unabhängige Fachleute einbeziehen müssen.
  • Eine europäische Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung von Webseiten, die auf Falschmeldungen spezialisiert sind.
  • Ein Verbot oder die Kennzeichnung von „Social Bots“ oder „Softwarerobotern“, die menschliche Identitäten vortäuschen.
Schule

Die Meinung anderer Menschen ist zu achten

Das Internet ist zu einem der wichtigsten Kommunikationsmittel von jungen Menschen geworden. Es ist einerseits eine Chance als ein verbindendes Kommunikationsmittel in Europa und der Welt. Andererseits ist es auch ein Ort, an dem es zu Hassrede, Beleidigungen und Mobbing kommt. Junge Menschen möchten dabei unterstützt werden, Zivilcourage im Netz zu zeigen und mit Cyber-Mobbing und anderen Formen von Gewalt im Internet umzugehen.

 

Zivilcourage ist auch online wichtig

Für junge Menschen ist es wichtig bei Situationen einzugreifen, in denen eine oder mehrere Personen beleidigt, beschimpft oder verletzt werden. Sie wünschen sich, dass in Zukunft noch mehr junge Menschen für andere Menschen einstehen, und fordern daher auch Unterstützung dafür. Sie sehen aber auch, dass es besonders online für die Täter_innen einfach ist, Gewalt auszuüben, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, daher fordern sie, ein einheitliches System zum Melden von Inhalten zu schaffen, das auch eine Rückmeldung und entgegengebrachte Wertschätzung für die Personen, die Beiträge melden, beinhaltet.

Junge Menschen fordern daher:

  • Konkretere Regelungen zur Handynutzung in der Schule.
  • Unterstützung von Nutzer_innen von Netzwerkbetreibern und Staat, die gegen beleidigende Inhalte vorgehen.
  • Ein einheitliches Meldesystem von Inhalten.
  • Rückmeldung und Wertschätzung für Personen, die Beiträge melden.
  • Online-Inhalte, die beleidigen oder Hass schüren, müssen konsequent gelöscht werden.
  • Mehr Unterstützung im Umgang mit Mobbing im Netz.
  • Die Anonymität im Internet soll eingeschränkt werden, weil sie die Hemmschwelle zur Hassrede senkt.

1Seit 2010 haben junge Menschen an den Beteiligungsprojekten des DBJR teilgenommen. Ihre Positionen zu (jugend)politischen Themen wurden gesammelt und in Politikprozesse eingebracht (››Prozesse). Dabei herausgekommen ist eine Bandbreite an Forderungen, die nicht repräsentativ sind, aber einen Einblick in die Themen geben, die den Teilnehmenden wichtig sind (››junge Themen).