Forderungen junger Menschen spiegeln sich im OECD-Bericht wider

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Forderungen junger Menschen spiegeln sich im OECD-Bericht wider

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (englisch OECD) hat im Juni 2018 eine Bestandsaufnahme zu öffentlichen Regelungen und Maßnahmen für wirksame und inklusive Jugendbeteiligung veröffentlicht.

Der Deutsche Bundesjugendring hat bereits 2015 mit seinem Beteiligungsprojekt „Ichmache>Politik|Demografie“ an einem Jugend-Dialog der OECD-Ministerkonferenz mitgewirkt. Damals brachen sechs junge Menschen #junge Themen aus Deutschland in den Dialog ein. Das Format der OECD-Ministerkonferenz in Helsinki war nicht so partizipativ, wie erhofft, jedoch wurden die Ergebnisse gut festgehalten. Die Forderungen der jungen Menschen fanden sich im Fazit der OECD (auf Englisch: „Chair’s Summary of the Public Governance Ministerial Meeting“) wieder.

Bestandaufnahme der OECD (en | 1,7 mb) Ergebnisse des OECD-Jugenddialogs (en | 2 mb)

Im OECD-Bericht zu Jugend (auf Englisch „Youth Stocktaking Report“), der Juli 2018 veröffentlicht wurde, spiegeln sich ebenfalls die Forderungen junger Menschen, die 2015 bundesweit und auf drei BarCamps gesammelt wurden, wider.

Dazu gehören die Forderungen:

  • Mehr Demokratie und Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Schule.
  • Einbeziehung von Jugendverbänden als legitime Vertretung der Jugendlichen.
  • Onlinemedien zur Ansprache nutzen, viel Werbung für Partizipation machen, besonders über soziale Netzwerke, aber sicherstellen, dass auch junge Menschen angesprochen werden, die nicht über einen Internetzugang verfügen.
  • Beteiligung muss mit echter Machtabtretung verbunden sein, darf kein reines Abnicken von Entscheidungen sein.
  • Mehr Anerkennung für ehrenamtliches und außerschulisches Engagement.
  • Jugendgerechte Gestaltung der Beteiligungsangebote und der Kommunikation mit Entscheidungsträger_innen.

Wir wurden 2015 junge Themen und Forderungen gesammelt?

Junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren sammelten mit dem Projekt Ichmache>Politik des Deutschen Bundesjugendrings off- & online in den Jahren 2011-2015 ihre Eindrücke, Wünsche und Vorschläge zu politischen Themen. 2015 wurden ergänzend drei BarCamps durchgeführt, die besonders nochmals Fragen zur Demografiestrategie und den Themen der OECD in den Blick nahmen.
Das Spektrum der #jungenThemen, die mit Ichmache>Politik gesammelt wurden ist breit und detailliert. Die OECD formulierte Leitfragen zum Jugenddialog, die auf die Situation in Schulen und die Möglichkeit der Teilhabe vor Ort abzielen. Im folgenden sind für den OECD-Jugenddialog 2015 daher die Aspekte der #jungeThemen zu Schule, Teilhabe sowie Inclusive Growth zusammengefasst und mit den wichtigsten Detail-Aspekten stichwortartig beschrieben.
Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Sie können sich teilweise durchaus widersprechen, da sie von jungen Menschen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven zusammen getragen wurden.

Im Bericht wird die Bedeutung von, aber auch der Anspruch auf Engagement, Beteiligung und Empowerment junger Menschen erkannt. Die OECD sieht die Verantwortung für deren Stärkung bei den Staaten, die für wirkungsvolle Jugendbeteiligung rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen schaffen müssen. Auch die Rolle der Jugendverbände sowie Jugendringe und deren Einsatz für gute Jugendpolitik wurde im Bereicht betont.

Die Bestandsnahme bietet eine umfangreiche Analyse und einen guten Überblick über vielfältige Regelungen und Ansätze zu guter Jugendpolitik in unterschiedlichen Mitgliedsländern. Die Erkenntnisse des Dokuments können zu Weiterentwicklung von guten Jugendpolitik beitragen und sollen auf der Bundesebene berücksichtigt werden.

Hinweis:

Bis zum 12. August 2018 gibt es die Möglichkeit, eine Rückmeldung zum Bericht abzugeben. Eine Rückmeldung auf Englisch oder Französisch kann über ein Formular auf der OECD-Website oder als E-Mail an govyouth@oecd.org abgegeben werden.

Das Feedback wird von dem OECD-Sekretariat in den Bericht eingearbeitet, sodass eine überarbeitete Fassung am 12.-14. November in Paris von den Vertreter_innen der 35 Mitgliedstatten in dem Public Governance Committee* diskutiert werden kann.