Datenschutz

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Gerade weil das Internet eine so bedeutende Rolle im Leben junger Menschen1 spielt, ist ihnen das Thema Datenschutz sehr wichtig. Sie fordern, dass die Rechtslage den Bedürfnissen angepasst wird. Denn das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Datenschutz dürften nicht den Verzicht auf Nutzung des Internets bedeuten. Für sie ist es wichtig, dass Initiativen zur Verbesserung ihrer Datensicherheit gefördert und unterstützt werden.

Themen wie Verschlüsselung von Daten, Netzneutralität und „Grey hat hacking“ (Grau-Hüte) sind jungen Menschen ein Anliegen. Ihnen geht es um ein hohes Maß an Sicherheit und Selbstbestimmung über ihre Daten. Außerdem ist es ihnen wichtig, dass das Internet „niemandem gehört“ und als wichtiges Allgemeingut gefördert wird.

„„Verschlüsselte Kommunikation sollte für alle möglich sein. Dafür müssen Verschlüsselungstechnologien gefördert und stärker verbreitet werden.““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „du »EUROPA» wir

Junge Menschen fordern daher:

  • Ein Recht auf Privatsphäre.
  • Die Unterstützung von Vereinen und Institutionen (wie z.B. dem ChaosComputerClub), die an der Verbesserung der IT-Sicherheit arbeiten.
  • Einfachen Zugang und Förderung von verschlüsselter Kommunikation.
  • Die Bewahrung der Netzneutralität, keinem darf das Internet gehören!
  • Ausbau von Weiterbildung zu den Themen Medienkompetenz und Datenschutz in schulischer und außerschulischer Jugendarbeit.

Medien nutzen - aber kompetent

Damit sich junge Menschen besser vor Datenmissbrauch, Viren, Hacking oder Cybermobbing schützen können, wünschen sie sich die Einführung des Schulfachs Neue Medien. Darin solle nicht nur vor den Gefahren gewarnt, sondern vielmehr der kritische Umgang mit Onlinemedien sowie Soft- Und Hardwarekenntnisse erlernt werden. Dazu gehörten nach Ansicht der jungen Menschen auch Crashkurse zum Thema Massenspeicherung. Denn: nur Medienkompetenz ist wirksamer Jugendmedienschutz! Die jungen Menschen fordern eine Medienpolitik und -pädagogik, die junge Menschen befähigt, sich frei und ohne Gefährdung in allen Medien zu bewegen, anstatt sie durch Verbote und Kontrolle einzuengen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen

Ein langfristiges Ziel für junge Menschen ist es weltweite Regelungen für das Internet durchzusetzen. Im einen ersten Schritt wünschen sie sich europaweit einheitliche Richtlinien für den Datenschutz und die Datennutzung. Diese müssen zudem beharrlich umgesetzt werden, damit sich Unternehmen nicht darüber hinwegsetzen können – auch nicht aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören.

„„Wir brauchen Sicherheit im Internet. Die Rechtslage muss dabei den Bedürfnissen angepasst werden, denn das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Datenschutz dürfen nicht den Verzicht auf die Internetnutzung bedeuten.““

Beitrag aus der Beteiligungsrunde „So sieht’s aus! Image < JUGEND > Internet

Junge Menschen fordern daher:

  • Gesetzliche Richtlinien sollten in einem „Grundgesetz“ für das Internet“ festgelegt und zusammengefasst werden.
  • Nutzungsbedingungen Sozialer Netzwerke müssen juristisch auf den Prüfstand gestellt werden und verhandelbar sein.
  • Europaweite, einheitliche Datenschutzrichtlinien und Datennutzungsrichtlinien.
  • Mehr Transparenz der Unternehmen beim Umgang mit User-bezogenen Daten.
  • Die Rechtslage soll den Bedürfnissen junger Menschen angepasst werden.

Datenschutz ernst nehmen

Junge Menschen fordern, dass der Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten im Internet ausgeweitet wird. Sie wollen mehr Klarheit und Kontrolle darüber haben, wie Daten gespeichert und verarbeitet werden. Zudem wollen sie sich schneller und unbürokratischer informieren können, welche Daten über sie gespeichert sind. Damit nachvollziehbarer wird, was mit ihren Daten passiert, wenn sie einen Internetdienst nutzen, schlagen die Teilnehmenden die Einführung eines europaweiten Erkennungssystems vor (z.B. Symbole, Ampelfarben). Außerdem sprechen sie sich dafür aus, dass Unternehmen die Bestimmungen ihrer Websites und Apps in einfacherer Sprache darstellen müssen. Der Schutz der persönlichen Daten sollte nach Meinung der Teilnehmenden zu einem Menschen- oder Bürgerrecht werden, das für alle Länder der Welt gilt. Denn das Internet macht nicht an Ländergrenzen halt, deshalb ist der Schutz der persönlichen Daten im Netz ein weltweites Problem.

1Seit 2010 haben junge Menschen an den Beteiligungsprojekten des DBJR teilgenommen. Ihre Positionen zu (jugend)politischen Themen wurden gesammelt und in Politikprozesse eingebracht (››Prozesse). Dabei herausgekommen ist eine Bandbreite an Forderungen, die nicht repräsentativ sind, aber einen Einblick in die Themen geben, die den Teilnehmenden wichtig sind (››junge Themen).