Zuhören auf Augenhöhe

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Zuhören auf Augenhöhe

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Gute Jugendbeteiligung läuft nicht nebenbei. Sie kann nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es reicht nicht, wenn Politik und Verwaltung alles wie sonst machen und zusätzlich junge Menschen fragen.

Jugendbeteiligung wird oft an althergebrachte Prozesse angedockt. Das bedeutet, Politik und Verwaltung machen alles wie sonst und zusätzlich sind noch junge Menschen dabei. Deswegen sind die Themen meist schon gesetzt. Deswegen werden die Abläufe und Zeitpläne nur leicht angepasst – wenn überhaupt. Deswegen wird eine gleichberechtigte Mitwirkung nur schwerlich umgesetzt.

Aber es reicht nicht, junge Menschen mal eben zu fragen, welche Spielgeräte der neue Spielplatz bekommen soll. Sie müssen vorher gefragt werden, was sie sich am meisten in ihrer Gegend wünschen. Sie brauchen Zeit für die Beteiligung. Und wenn sie gefragt werden, müssen die Entscheidungsspielräume offen für ganz andere Ideen sein.

Dafür müssen sich die Akteure aus Politik und Verwaltung ihrer Rolle bewusst sein. Sie müssen sich bewegen und althergebrachte Prozesse hinterfragen. Sie müssen die Meinungen junger Menschen ernsthaft in Entscheidungen einbeziehen.

Bei Beteiligungsprozessen muss am Anfang geklärt werden, was geht und was nicht. Dabei dürfen Entscheidungsträger_innen nicht über den Dingen stehen. Sie müssen respektvoll mit jungen Menschen umgehen. Sie müssen über ihren Schatten springen und tatsächlich Entscheidungsmacht an junge Menschen abgeben.

Rahmenbedingungen | Piotr Paluchowski (CC BY-NC 3.0 DE) | Ausschnitt

Jugendbeteiligung geht in der Regel von ERWACHSENEN Akteure aus. Meistens wird leider an EINER Frage und zu EINEM Zeitpunkt beteiligt, die für die Politik und Verwaltung gerade wichtig erscheint. Jugend kann darauf reagieren oder versäumt die Beteiligung. Das muss sich ändern. Darum wird im Rahmen der Werkstatt MitWirkung über weitere Konzepte zur Jugendbeteiligung nachgedacht.

Zuhören | Piotr Paluchowski (CC BY-NC 3.0 DE) | Ausschnitt
  • Zeiträume,
  • Ansprache,
  • Orte und
  • Formate sind ein Faktor, warum nur bestimmte junge Menschen erreicht werden.

Ein anderer ist, dass viele jungen Menschen sich nicht auf Kommando beteiligen. Lieber äußern sie sich, wenn sie es wollen und nutzen dazu ihre favorisierten Kanäle. „Zuhören statt Fragen“ ist also die Aufgabe. Denn junge Menschen haben nicht erst eine Meinung, wenn sie gefragt werden.