„68Deins!“ – Stadtjugendring Mannheim e.V.

ImpulseausderPraxis-Interview

„68Deins!“ – Stadtjugendring Mannheim e.V.

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c) privat

Kannst du dich und dein Engagement oder deine Arbeit kurz vorstellen?

Mein Name ist Jan Sichau und ich bin ehrenamtlicher Vorsitzender beim Stadtjugendring Mannheim e.V. In diesem Kontext bin ich unter anderem auch Mitglied des Jugendbeirats, welcher Jugendliche aus verschiedenen Kontexten zusammenbringt, um in Mannheim mitzubestimmen.

Wie setzt du dich dafür ein, dass Jugendbeteiligung gestärkt wird?

Meine Aktivität im Jugendbeirat ist ein Baustein, um Jugendbeteiligung zu stärken. Aber der Jugendbeirat ist nur eins von mehreren Formaten des Kinder- und Jugendbeteiligungsmodells „68Deins!“. Der Stadtjugendring, der bei diesem Modell mit der Stadt Mannheim kooperiert, sieht hier weitere Möglichkeiten Jugendbeteiligung lokal voranzubringen. Somit gibt es zusätzlich Stadtteilversammlungen, bei denen im Turnus Stadtteile besucht werden und Kinder & Jugendliche ihre Anliegen gegenüber der Kommunalpolitik vorbereiten und äußern können. Zudem gibt es alle zwei Jahre versetzt Kinder- und Jugendgipfel, um zentral an verschiedenen Beteiligungsthemen zu arbeiten. Außerdem werden in Mannheim mit dem Format 68DEINS! Schule und Demokratie Schülerinnen und Schüler aller Schularten unterstützt, ihre Beteiligungsrechte in der Schule wahrzunehmen.

Welche Hürden begegnen dir dabei?

Im Jugendbeirat hat es beispielsweise recht lange gedauert, bis er sich konstituiert hat. Das hatte verschiedene Gründe, da u.a. die Altersspanne recht weit war und unterschiedliche Vorstellungen von Jugendbeteiligung aufeinanderprallten.

Wie hast du diese Herausforderung bewältigt?

Ich persönlich habe sie nicht bewältigt. Das war natürlich ein längerer Prozess, um sich gegenseitig abzustimmen und eine Arbeitsfähigkeit zu generieren. Gerade bei so hohen Fluktuationen, die Jugendbeiräte vermutlich an sich aufweisen, ist es wichtig sich ein strukturiertes Gerüst zu bauen, um auch neue Engagierte schnell einarbeiten zu können.

Wie kann deiner Meinung nach Jugendbeteiligung erfolgreich und mit nachhaltiger Wirkung verwirklicht werden?

Meiner Meinung nach ist nachhaltige Jugendbeteiligung an bestimmte Rahmenbedingungen gekoppelt. In dem Kontext spielen die finanziellen Ressourcen natürlich eine nicht unwesentliche Rolle, aber auch dass hauptamtliche Mitarbeiter*innen im besten Fall unbefristete Stellen erhalten. Jugendbeteiligung darf nicht als Projekt gesehen werden, dass kurz- oder mittelfristig ein Ende findet. Ansonsten fühlen sich auch die Beteiligten nicht ernstgenommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind auch Wirkungen. Wenn Beteiligungsformate in absehbarer Zeit Auswirkungen haben und so zeigen, dass Anliegen wahrgenommen werden, ist es motivationsfördernd, sich in solche Prozesse einzubringen. Anderenfalls verfehlen Jugendbeteiligungsforen auch ihren Sinn und Zweck.